Kardinal Ambongo erläutert Papst-Plädoyer für ein friedliches Afrika
Jean-Paul Kamba, SJ – Korrespondent in Malabo
Kardinal Ambongo sieht in der Auswahl der besuchten Länder eine bewusste Entscheidung. Die Stationen spiegelten die vielfältigen Herausforderungen des Kontinents wider: der interreligiöse Dialog in Algerien, das Bemühen um sozialen Zusammenhalt in Kamerun sowie die Forderung nach einer gerechten Verteilung der Ressourcen in den rohstoffreichen Staaten Angola und Äquatorialguinea.
„Die zentrale Botschaft war die Verteilungsgerechtigkeit“, erklärt Kardinal Ambongo. Es gehe darum, den finanziellen Wohlstand so einzusetzen, dass kein Bürger ausgeschlossen werde. Neben der Hoffnung für die Jugend habe der Papst einen deutlichen Appell an das Gewissen der politischen Führung gerichtet, das Gemeinwohl über Eigeninteressen zu stellen. Innerhalb der Kirche betonte der Papst zudem die Bedeutung der christlichen Identität in einer religiös pluralistischen Welt.
Die Rolle der politischen Führung
Auf die Frage nach der praktischen Wirkung der päpstlichen Worte auf die Politik reagiert der Kardinal mit einer differenzierten Einschätzung. Er weist darauf hin, dass Politiker oft Sachzwängen unterlägen, die nicht immer dem Interesse der Bevölkerung entsprächen. Dennoch habe der Papst die Verantwortung der Staatschefs direkt thematisiert. „Ich glaube, dass ihr Gewissen im positiven Sinne angesprochen wurde“, so der Kardinal. Diese Form der Konfrontation mit der eigenen Verantwortung stelle bereits einen Fortschritt dar.
Jugend und Migration
Ein zentrales Thema in Kamerun war die Situation der jungen Generation. In Douala habe der Papst die Jugendlichen dazu aufgerufen, „Architekten der Zukunft“ zu sein und zur Entwicklung ihrer Heimatländer beizutragen. Kardinal Ambongo analysiert in diesem Zusammenhang die Ursachen der Migration: „Migration geschieht auf der Suche nach einem besseren Leben. Niemand verlässt seine Heimat, wenn er dort eine Zukunft für sich und seine Familie sieht.“
Er betont, dass es nicht allein an der Jugend liege, diese Bedingungen zu schaffen, sondern in der Verantwortung der Regierungen stehe. Nur durch eine bessere Regierungsführung könne der Abwanderung junger Menschen entgegengewirkt werden.
Ausblick für die Kirche in Afrika
Zum Abschluss der Reise zeigt sich Kardinal Ambongo dankbar für die Aufmerksamkeit, die dem afrikanischen Kontinent durch den päpstlichen Besuch zuteilwurde. Er sieht darin eine Aufwertung und zugleich eine Verpflichtung für die afrikanische Ortskirche: „Wir müssen uns organisieren, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen und unseren Platz innerhalb der Weltkirche effektiv auszufüllen.“
Der Kardinal schließt mit einem Dank an Papst Leo XIV. für dessen Einsatz trotz des dichten Programms und fordert die Gläubigen in Afrika auf, ihren Glauben in einer multipolaren Welt mit Überzeugung zu leben.
(vatican news - mg)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.