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Menschen mit Waffen in der sudanesischen Hauptstadt Menschen mit Waffen in der sudanesischen Hauptstadt  (AFP or licensors)

Sudan: Drei Jahre Krieg ohne absehbares Ende

Der Konflikt im Sudan, der am 16. April 2023 begann, jährt sich an diesem Donnerstag zum dritten Mal. Eine politische oder militärische Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Die Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) befinden sich gemäß einer Studie des vatikanischen Fidesdienstes in einer Pattsituation, die durch wechselnde territoriale Kontrollen geprägt ist.

Aktuell würden die regulären Streitkräfte der SAF große Teile der Hauptstadt Khartum halten, einschließlich Omdurman und Bahri, sowie Gebiete im Zentral- und Ostsudan. Ihre Operationsbasis haben sie nach Port Sudan verlegt.

Die RSF hätten hingegen die Kontrolle über den Großteil der westlichen Region Darfur konsolidiert, so die Fides-Analyse. Im Oktober 2025 nahmen sie nach einer langen Belagerung El Fasher, die Hauptstadt von Nord-Darfur, ein. Während die RSF auch in Gebieten wie Kordofan präsent seien, hätten die SAF Vorstöße in Regionen wie Südkordofan (etwa in Kadugli und Dilling) zurückweisen können.

Humanitäre Bilanz und globale Flüchtlingskrise

Die Zahl der Todesopfer nach drei Kriegsjahren werde auf mindestens 150.000 geschätzt, wobei die Mehrheit Zivilisten seien. Der Konflikt habe die weltweit größte Vertreibungskrise ausgelöst. Insgesamt seien rund 14 Millionen Menschen auf der Flucht. Etwa 9 bis 10 Millionen Menschen gelten als Binnenvertriebene innerhalb des Sudans. Zirka 4,4 Millionen Menschen hätten als Flüchtlinge oder Asylsuchende Zuflucht in Nachbarstaaten wie Tschad, Ägypten und dem Südsudan gesucht.

Viele Binnenvertriebene lebten unter prekären Bedingungen. Rückkehrer in zerstörte Gebiete wie Khartum sind durch Blindgänger und das Fehlen grundlegender Dienstleistungen, insbesondere im Gesundheitswesen, gefährdet. Frauen und Mädchen stellen einen erheblichen Teil der Vertriebenen dar und tragen die größten Risiken.

Appell aus der Kirche

Erzbischof Paul Swarbrick, Bischof von Lancaster und Delegierter für Afrika der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, mahnte in einer Botschaft zum dritten Jahrestag des Krieges an, die Krise nicht zu vergessen. Er rief die Gläubigen zum Gebet für den Frieden auf und forderte die britische Regierung auf, das Thema auf der politischen Agenda zu behalten.

„Ich bin mir durch meine Verbindungen zur Kirche im Sudan und zu den katholischen Hilfsorganisationen in der Region der Angst bewusst, dass der Konflikt Gefahr läuft, von der internationalen Gemeinschaft vernachlässigt zu werden“, so der Erzbischof. Da das Vereinigte Königreich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als federführend für den Sudan gilt, hoffe er, dass diese Position genutzt werde, um „ein kontinuierliches diplomatisches Engagement zu fördern und eine friedliche Lösung dieses Konflikts zu unterstützen“.

(fides -mg)

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16. April 2026, 15:17