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Südafrika: Kardinal Brislin mahnt zum Freedom Day soziale Verantwortung an

Kardinal Stephen Brislin hat die Bürger Südafrikas dazu aufgerufen, den nationalen Feiertag „Freedom Day“ als Anlass zu nehmen, der Menschen ohne echte Freiheit zu gedenken. Der am 27. April begangene Feiertag markiert das Ende der Apartheid und der Herrschaft der weißen Minderheit sowie den Übergang zu einer demokratischen Gesellschaft. Er erinnert an die historischen Wahlen des Jahres 1994, bei denen erstmals alle Staatsbürger unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit wahlberechtigt waren.

In einer Botschaft zum Feiertag unterstrich der Kardinal die Bedeutung der Freiheit und dankte Gott für die gegenwärtige Lage in Südafrika, insbesondere für die Religionsfreiheit. In einem Interview mit der Publikation der Bischofskonferenz des Südlichen Afrikas erklärte er am Montag: „Wir können niemals wahrhaft frei sein, wenn andere Menschen nicht frei sind. Während wir uns also über unsere Freiheit freuen, müssen wir uns auch solidarisch mit jenen Menschen zeigen, die nicht über die Freiheit verfügen, die wir genießen.“

„Wir können niemals wahrhaft frei sein, wenn andere Menschen nicht frei sind.“

Kardinal Brislin, der zudem das Amt des Präsidenten der Bischofskonferenz innehat, reflektierte über die Geschichte des Landes und forderte die Bevölkerung auf, die Vergangenheit nicht zu vergessen. „Lassen Sie uns nicht vergessen, woher wir kommen. Obwohl wir viele Probleme und Herausforderungen in unserem Land haben, auch schlimme Ereignisse, sind wir aus einem System des Rassismus, der Apartheid und der Entmenschlichung von Personen gekommen. Heute sind wir ein freies Land“, so der Kardinal.

Fundamentale Freiheiten

Der Erzbischof der Diözese Johannesburg wies darauf hin, dass die Südafrikaner fundamentale Freiheiten wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit genießen. Er betonte, dass diese Errungenschaften nicht als selbstverständlich angesehen werden sollten. Nach seiner Einschätzung ist Südafrika das freieste Land des Kontinents, was die Grundlage bilde, um bestehende Probleme wie Korruption und Fremdenfeindlichkeit anzugehen.

Trotz der politischen Fortschritte hob der 69-jährige Erzbischof aktuelle gesellschaftliche Spannungen hervor. Xenophobie bleibt in Südafrika ein Problem, das durch Feindseligkeit und Gewalt gegenüber ausländischen Staatsbürgern, insbesondere Migranten aus anderen afrikanischen Ländern, gekennzeichnet ist. Berichten zufolge werden Migranten teilweise von Bürgerwehren konfrontiert, die sie für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und mangelnden Zugang zu staatlichen Dienstleistungen verantwortlich machen.

Frieden und Einheit

Kardinal Brislin rief zu Frieden und Einheit auf, um die soziale Kohäsion zu stärken: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten, damit wir wirklich frei sein können – nicht unterworfen der Gewalt auf unseren Straßen oder der Korruption, die Menschen ihrer Zukunft, der Krankenhausversorgung und des Wohnraums beraubt.“ Diese Faktoren würden die Freiheit einschränken. Es gelte, die „Fesseln von Gier und Fremdenfeindlichkeit“ abzuwerfen.

Abschließend stellte der Kardinal fest, dass die Nation weiterhin gespalten sei. Er ermutigte die Bürger, Wege zu finden, um als Gesellschaft zusammenzuwachsen und eine gemeinsame südafrikanische Identität zu festigen.

(aciafrica - mg)

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28. April 2026, 11:36