Türkei: Bartholomaios verurteilt Instrumentalisierung des Glaubens
In seiner offiziellen Osterbotschaft bezeichnete Bartholomaios I. die Auferstehung Christi als eine Absage an Gewalt und Angst. Die österliche Botschaft sei stattdessen als Aufruf zu einem Leben in Frieden zu verstehen. Der Patriarch, der seit 1991 als Patriarch von Konstantinopel amtiert und als Ökumenischer Patriarch die Ehrenoberhaupt-Funktion für schätzungsweise 220 bis 300 Millionen orthodoxe Christen weltweit innehat, betonte dabei die Gleichwertigkeit jedes Menschen.
„Widerspruch zu christlichen Prinzipien“
In dem Dokument nimmt der Patriarch direkt Bezug auf die aktuelle Weltlage. Er führt aus, dass Krieg, Hass und Ungerechtigkeit den grundlegenden Werten des Christentums entgegenstünden. Jede Form der Instrumentalisierung des Glaubens, um kriegerische Auseinandersetzungen zu legitimieren, wird in dem Schreiben zurückgewiesen.
„Krieg, Hass und Ungerechtigkeit widersprechen den grundlegenden christlichen Prinzipien“, so der Patriarch wörtlich.
Rahmenbedingungen des Osterfestes
Die Veröffentlichung der Botschaft erfolgt unmittelbar vor dem orthodoxen Osterfest, das am kommenden Sonntag von zahlreichen Gläubigen gefeiert wird. Die politische Lage rund um das Fest ist derzeit von diplomatischen Bemühungen im osteuropäischen Raum geprägt: Am Donnerstagabend kündigten der russische Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine zeitlich begrenzte Feuerpause an. Diese soll von Samstagnachmittag bis Sonntagabend gelten, um den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, Ostern zu begehen.
(kna - mg)
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