UNO: Zahlreiche Hinrichtungen und Festnahmen im Iran
Wie die Behörde am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab, erfolgten die Festnahmen überwiegend aufgrund von Vorwürfen, die die nationale Sicherheit oder politische Aktivitäten betreffen.
Die Dokumentation des Hochkommissariats führt aus, dass seit Ende Februar 2026 mindestens neun Personen im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026 exekutiert wurden. Zehn weitere Hinrichtungen wurden aufgrund einer mutmaßlichen Zugehörigkeit zu Oppositionsgruppen vollzogen, während zwei Personen wegen Spionagevorwürfen hingerichtet wurden. Parallel dazu stieg die Zahl der Verhaftungen im selben Zeitraum auf über 4.000 Fälle an.
Angaben über die Haftbedingungen
Der Bericht der Vereinten Nationen enthält zudem Angaben über die Bedingungen in den Hafteinrichtungen. Viele der Inhaftierten seien demnach Opfer von Verschwindenlassen, Folter oder anderen Formen unmenschlicher Behandlung geworden. Dazu zählen laut der UN-Behörde erzwungene Geständnisse, die teilweise im Fernsehen übertragen wurden, sowie Scheinhinrichtungen.
Der Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, äußerte sich in der Mitteilung zu den vorliegenden Erkenntnissen. Er erklärte: „Ich stelle mit Bestürzung fest, dass zusätzlich zu den schwerwiegenden Folgen des Konflikts die Rechte der iranischen Bevölkerung von den Behörden weiterhin auf brutale und rücksichtslose Weise verletzt werden.“ Türk forderte die iranische Regierung dazu auf, sämtliche Hinrichtungen auszusetzen, ein Moratorium für die Todesstrafe einzuführen und die Rechte auf Verteidigung sowie ein faires Verfahren zu gewährleisten. Zudem verlangte er die sofortige Freilassung der willkürlich inhaftierten Personen.
Nach Einschätzung verschiedener Nichtregierungsorganisationen, darunter Amnesty International, gehört der Iran neben China zu den Ländern mit der weltweit höchsten Anzahl an vollstreckten Todesurteilen.
(afp - mg)
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