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Kardinal Cupich bei einer Messe anlässlich der Wahl von Leo XIV. Kardinal Cupich bei einer Messe anlässlich der Wahl von Leo XIV.  (2025 Getty Images)

Kardinal Cupich: Frieden ist Aufgabe, nicht Theorie

Der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, hat zu einer Neuorientierung der kirchlichen Debatte über Krieg und Frieden aufgerufen. Bei der Verleihung des „Blessed are the Peacemakers Award“ der Catholic Theological Union in Chicago warnte er davor, die Frage nach der Rechtfertigung von Kriegen ins Zentrum zu stellen, statt vom Evangelium her zu denken.

Die zentrale Frage dürfe nicht sein, ob ein Krieg gerechtfertigt werden könne, sagte Cupich. Entscheidend sei vielmehr, was das Evangelium verlange und was es konkret bedeute, heute Friedensstifter zu sein. Frieden sei nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ein „Werk der Gerechtigkeit“, das kontinuierlich aufgebaut werden müsse.

Der Kardinal kritisierte, dass insbesondere in den USA nach jüngsten Äußerungen von Papst Leo XIV. zum Krieg verstärkt über die Frage nach dem gerechten Krieg diskutiert werde. Diese  habe ihren Platz, diene jedoch vor allem dazu, politische Gewalt zu begrenzen. Wenn sie zur dominierenden Perspektive werde, drohe sie, „unsere Vorstellungskraft auf das zu verengen, was erlaubt ist, statt sie für das zu öffnen, was gefordert ist“. 

Kultur des Friedens

Frieden sei vielmehr eine „Kunst“, so Cupich unter Bezug auf Papst Franziskus. Er nannte Gelassenheit, Kreativität, Sensibilität und Geschicklichkeit als zentrale Voraussetzungen, insbesondere im Dialog und im Einsatz für die Menschenwürde.

Zugleich warnte Chicagos Erzbischof vor wachsender Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer und rief dazu auf, eine „Kultur des Friedens“ zu stärken. Papst Leo XIV. habe auf seiner Afrikareise nicht über militärische Strategien gesprochen, sondern zu einer „Kultur des Friedens“ und zur Rückkehr zum Dialog aufgerufen. „Er sprach als Hirte, nicht als Stratege – und genau das sollten auch wir tun“, so der Kardinal.

(vatican news - bp)

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30. April 2026, 12:46