Kardinal Cupich: Frieden ist Aufgabe, nicht Theorie
Die zentrale Frage dürfe nicht sein, ob ein Krieg gerechtfertigt werden könne, sagte Cupich. Entscheidend sei vielmehr, was das Evangelium verlange und was es konkret bedeute, heute Friedensstifter zu sein. Frieden sei nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ein „Werk der Gerechtigkeit“, das kontinuierlich aufgebaut werden müsse.
Der Kardinal kritisierte, dass insbesondere in den USA nach jüngsten Äußerungen von Papst Leo XIV. zum Krieg verstärkt über die Frage nach dem gerechten Krieg diskutiert werde. Diese habe ihren Platz, diene jedoch vor allem dazu, politische Gewalt zu begrenzen. Wenn sie zur dominierenden Perspektive werde, drohe sie, „unsere Vorstellungskraft auf das zu verengen, was erlaubt ist, statt sie für das zu öffnen, was gefordert ist“.
Kultur des Friedens
Frieden sei vielmehr eine „Kunst“, so Cupich unter Bezug auf Papst Franziskus. Er nannte Gelassenheit, Kreativität, Sensibilität und Geschicklichkeit als zentrale Voraussetzungen, insbesondere im Dialog und im Einsatz für die Menschenwürde.
Zugleich warnte Chicagos Erzbischof vor wachsender Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer und rief dazu auf, eine „Kultur des Friedens“ zu stärken. Papst Leo XIV. habe auf seiner Afrikareise nicht über militärische Strategien gesprochen, sondern zu einer „Kultur des Friedens“ und zur Rückkehr zum Dialog aufgerufen. „Er sprach als Hirte, nicht als Stratege – und genau das sollten auch wir tun“, so der Kardinal.
(vatican news - bp)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.