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Eine Person geht an einem Logo der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft 2026 vorbei, kurz vor einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und regionaler Partner in Nikosia. Eine Person geht an einem Logo der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft 2026 vorbei, kurz vor einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und regionaler Partner in Nikosia.  (REUTERS)

Zypern: Kultur-Vizeministerin thematisiert Inselteilung vor EU-Bischöfen

Die zyprische Vizeministerin für Kultur, Vasiliki Kassianidou, hat die Teilung der Insel am Donnerstagmorgen als „eine offene Wunde im Herzen unseres Landes und Europas“ bezeichnet. Sie sprach in Nikosia vor den Bischöfen der Europäischen Union, die dort zu ihrer Plenversammlung zusammengekommen sind.

Kassianidou legte den Bischöfen die Situation im nördlichen Teil der Insel dar, die seit 1974 durch die Präsenz der türkischen Armee geprägt ist. Die Vizeministerin berichtete von „schwerwiegenden Verletzungen der grundlegenden Menschenrechte“, darunter Vertreibung und eingeschränktem Zugang zum kulturellen und religiösen Erbe.

Nach Angaben der Vizeministerin ist es Zyperngriechen nicht gestattet, die über 550 religiösen Denkmäler im besetzten Teil der Insel frei zu nutzen. Sie berichtete von Kirchen, die abgerissen oder durch Vandalismus beschädigt wurden, sowie von geplünderten Friedhöfen. Statistiken des Kulturministeriums zufolge wurden über 20.000 Ikonen sowie zahlreiche heilige Gefäße, Gewänder und Manuskripte entwendet. Zudem seien Fresken und Mosaike gewaltsam von Kirchenwänden entfernt und im Ausland verkauft worden.

Priorität der EU-Ratspräsidentschaft 2026

Das zyprische Antikenministerium bemüht sich gemeinsam mit anderen Behörden um die Rückführung dieser Objekte von illegalen Märkten und aus Auktionen weltweit. „Genau aus diesem Grund wurde der Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern als eine der wichtigsten Prioritäten Zyperns während seiner Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union im Jahr 2026 identifiziert“, erklärte Kassianidou.

Hinsichtlich des Versöhnungsprozesses sprach die Ministerin von einem „Lichtblick der Hoffnung“. Man arbeite an einer „gerechten, praktikablen und dauerhaften Lösung im Einklang mit dem Völkerrecht und unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen“. Hierbei orientiere man sich an den Werten der Europäischen Union wie der Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Kassianidou schloss ihren Beitrag mit einem Aufruf zur Kooperation: „Die europäischen Institutionen und die Kirchen können zusammenarbeiten, jede in ihrer Rolle, um ein menschlicheres, inklusiveres und resilienteres Europa zu fördern.“

(sir - mg)

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23. April 2026, 11:36