Burundi: Kardinal Tagle beim 75. Seminarjubiläum
Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, Sektion für Erste Evangelisierung und Neue Teilkirchen, Kardinal Luis Antonia Tagle, besuchte am Samstag, dem 16. Mai, den afrikanischen Staat Burundi. Der philippinische Kardinal wurde in der Erzdiözese Bujumbura von einer Vielzahl von Gläubigen, Priestern und Ordensleuten aus den umliegenden Pfarreien am Flughafen herzlich empfangen. Der Hauptgrund seines Besuches war die Feier des 75-jährigen Jubiläums des Seminars in Burasira, welches seit 1950 Priesteranwärter ausbildet.
In seiner Predigt reflektierte der Kardinal über das Geheimnis des Letzten Abendmals und dessen Bedeutung für die Priesterausbildung. Dabei entwickelte er drei spirituelle Säulen: die kirchliche Gemeinschaft, die Vielfalt in der Gemeinschaft und das Gebet.
Cum Petro et sub Petro
Die erste von Kardinal Tagle entwickelte Säule betrifft das Leben in Gemeinschaft. In Anlehnung an die Apostelgeschichte erinnerte er daran, wie die Elf nach der Himmelfahrt vereint blieben: „Der Meister, der sie versammelt hatte, war physisch nicht mehr sichtbar, doch sie blieben untereinander vereint, bevor sie in alle Welt zerstreut wurden, um das Evangelium zu verkünden.
Er erklärte weiter: „Jedes Priesterseminar ist ein Abendmahlssaal, in dem man lernt, die Erfahrung der kirchlichen Gemeinschaft zu leben, unter dem Vorsitz des Nachfolgers des Apostels Petrus“. Mit dem lateinischen Ausdruck „Cum Petro et sub Petro“ (mit Petrus und unter Petrus) betonte er, dass diese Gemeinschaft bedeute, sich auf eine grundlegende gesitliche Kraftquelle zu stützen, „aus der die Jünger Kraft und Inspiration schöpfen“. Mit Bezug auf die Enzyklika Lumen Fidei erinnerte er daran, dass „das Lehramt des Papstes“ und der mit ihm verbundenen Bischöfe keine Kontrolle oder Einschränkung der Freiheit darstelle, „sondern vielmehr den Kontakt zur ursprünglichen Quelle des Glaubens gewährleistet“.
Eine Kirche der Vielfalt
Die zweite Säule beschrieb den gemischten Charakter der Gemeinschaft im Abendmahlssaal. Kardinal Tagle reflektierte über die Anwesenheit Marias an der Seite der Apostel. Er beschrieb die Mutter Jesu als „eine vorbildliche Jüngerin, die stets danach strebte, in allen Dingen Gottes Willen zu befolgen“.
Über die Ausbildung der Priesteramtskandidaten sagte er: Dies „betrifft nicht nur bestimmte Bereiche der Kirche, wie die Bischöfe und einige Priester. Jedes Mitglied der Kirche und jede Gruppe von Jüngern ist an dem beteiligt, was im Abendmahlssaal unserer Seminare geschieht.“
Das Gebet, „die Waffe des Wirkens“
Die dritte und letzte Säule war das Gebet. Kardinal Tagle reflektierte über das Johannesevangelium, in dem Jesus betet: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche.“ Er kommentierte: „Die Herrlichkeit Jesu ist nicht die der Welt, sondern die der vollständigen und umfassenden Offenbarung der Liebe Gottes zu ihm und zu seinen Brüdern und Schwestern in der Menschheit. Es ist die Herrlichkeit des Skandals des Kreuzes.“ Er betonte, dass „das Gebet bis zum Ende, bis zum Gipfel von Golgatha, die Waffe des Wirkens Jesu war“.
Der heilige Petrus Claver
Abschließend würdigte Kardinal Tagle den Schutzpatron des Priesterseminars, den heiligen Petrus Claver, einen spanischen Jesuiten. 1616 wurde er zum Priester geweiht und widmete den Rest seines Lebens dem Dienst an den afrikanischen Sklaven, die im Hafen ankamen. Die Zahl dieser Sklaven wird zu seiner Zeit auf etwa 10.000 pro Jahr geschätzt. Petrus Claver erwartete sie am Kai mit Lebensmitteln und ging in Begleitung ehemaliger Sklaven, als Dolmetscher, an Bord der Schiffe. Er begrüßte die Menschen an Deck, bevor er in den Laderaum hinabstieg, um sich um die Kranken zu kümmern. Ebenfalls besuchte er Leprakolonien und kümmerte sich um Pestkranke – jene Krankheit, an der er schließlich selbst starb.
(fides – nm)
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