Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, bei einer Messe Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, bei einer Messe 

Kardinal Pizzaballa zu Jerusalem: Jeder Stein sowohl Verheißung als auch Wunde

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, besuchte das St. James Vikariat, die hebräischsprachige katholische Gemeinschaft innerhalb des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem anlässlich des 70-jährigen Bestehens. Die Feier stand im Zeichen von Glauben, Erinnerung und Sendung, denn hier sei „ein kirchlicher Weg zu erkennen“, so Pizzaballa.

Im Notre Dame of Jerusalem Center feierte Pizzaballa mit rund 350 Gläubigen und Gästen das Jubiläum und eine  Heilige Messe zum Hochfest des Apostels Jakobus.  Die Versammlung ehrte Priester, Ordensleute und Laien, die das Vikariat seit seinen Anfängen im Jahre 1955 begleitet haben. Zugleich wurden älttere Gemeindemitglieder geeht. Auch junge Mitglieder der Gemeinschaften, die in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften dienen, wurden gewürdigt, ebenso wurde derer gedacht, die ihr Leben verloren haben.

Zum 70. Geburtstag der Gemeinde betonte Kardinal Pizzaballa, dass es wesentlich sei, „nicht nur ein Jubiläum zu begehen, sondern einen kirchlichen Weg zu erkennen, der in den konkreten Realitäten Jerusalems gelebt wird. Hier trägt jeder Stein sowohl eine Verheißung als auch eine Wunde; hier sind die Geschichte des Heils und die Geschichte der Kirche auf einzigartige Weise miteinander verwoben … Was es bestehen ließ, war keine kirchliche Strategie, sondern ein Fundament: Jesus.“

„Hier trägt jeder Stein sowohl eine Verheißung als auch eine Wunde; hier sind die Geschichte des Heils und die Geschichte der Kirche auf einzigartige Weise miteinander verwoben … Was es bestehen ließ, war keine kirchliche Strategie, sondern ein Fundament: Jesus“

Die hebräischsprachige Gesellschaft lebt in einer gesellschaftlich komplexen Lage unter fragilen Lebensumständen. Die Menschen stehen zwischen Kulturen, Sprachen und unsicheren rechtlichen Situationen, wodurch sich eine einzigartige katholische Präsenz innerhalb der Gesellschaft entwickelt hat.

„Brücken des Glaubens bauen“

Die Realität in der das Vikariat lebt, ist von Spannungen und Herausforderungen geprägt. Bischof Rafic Nahra, Patriarchalvikar für von St. James 2017-2021: „Herausforderungen sind nicht gekommen, damit wir scheitern, sondern damit wir sie überwinden und in der Liebe wachsen.“ Er äußerte die Hoffnung, dass die Gemeinden des St. James Vikariats „immer ein offenes und einladendes Zuhause für alle sein werden.“

Mit Blick in die Zukunft unterstrich der aktuelle Patriarchalvikar von St. James Fr. Piotr Zelazko: „Siebzig Jahre sind ein Geschenk. Sie sind auch eine Verantwortung. Unsere Aufgabe ist es, treu, aufmerksam und mutig zu bleiben - auf die Zeichen der Zeit zu hören, für die nächste Generation zu sorgen und weiterhin Brücken des Glaubens, des Dialogs und der Nächstenliebe zu bauen.“ Das St. James Vikariat  setzt seine Sendung fort: den katholischen Glauben auf Hebräisch zu leben und ein stilles, aber beständiges Zeugnis von Einheit, Dialog und Hoffnung zu geben. 

(pm - nm)

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05. Mai 2026, 14:00