Kolumbien: Vor den Wahlen
Katholische Bischöfe und Verbände rufen zur Beteiligung an den Wahlen auf. Falls kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreicht, soll am 21. Juni eine Stichwahl stattfinden.
In einem Statement äußert sich die Bischofskonferenz sehr besorgt darüber, dass der Staat in vielen Teilen des Landes fast nicht präsent ist und dass in diesen Landesteilen Gewalt und Willkür herrschen, etwa in Cauca und Valle del Caura. Die Zivilbevölkerung sei dem Wüten von Banden und bewaffneten Gruppen hilflos ausgeliefert.
Online-Kurse für Staatsbüger
Eine kirchliche Einrichtung namens SERP, die 2023 von den Bischöfen gegründet wurde und die Friedensprozesse in Kolumbien fördern soll, führt Online-Seminare über politisches und gesellschaftliches Engagement aus kirchlicher Sicht durch. Die Kurse werden auf Youtube und Facebook veröffentlicht. Das Bistum Palmira im konfliktträchtigen Südwesten des Landes hat eine Handreichung veröffentlicht, die u.a. „Zehn Gebote eines katholischen Wählers“ enthält.
Auch zehn Jahre nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen, das dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Kolumbien ein Ende setzte, kommt es häufig zu Gewalt. Die Behörden machen abtrünnige FARC-Gruppen, insbesondere den Zentralen Generalstab (EMC) unter der Führung von Iván Mordisco, für die Gewalt verantwortlich. Diese Gruppen hatten das Friedensabkommen damals nicht unterzeichnet und finanzieren sich hauptsächlich durch Drogenhandel und die Kontrolle von Koka-Anbaugebieten.
Vor kurzem wurde ein Bombenanschlag auf dem Panamericana Highway in der Gemeinde Cajibío in der Provinz Cauca verübt. Der Sprengsatz traf einen Bus und mehrere Pkw und tötete mindestens 20 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, Dutzende Menschen wurden zudem verletzt. Der Anschlag galt als einer der tödlichsten Angriffe auf Zivilisten der letzten Jahrzehnte. Papst Leo XIV. rief beim Mittagsgebet in Rom zu einem Ende der Gewalt in Kolumbien auf.
(fides/vatican news – sk)
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