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Papst: Friedensappell für Kolumbien und Märtyrergedenken

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau hat der Papst an diesem Mittwoch an kirchliche Märtyrer totalitärer Regime des 20. Jahrhunderts erinnert. Außerdem äußerte er sich bei seiner Generalaudienz besorgt über die Gewalteskalation in Kolumbien.

Papst Leo sagte in seinen Grußworten an die polnischsprachigen Pilger:

„Heute, am Jahrestag der Befreiung des deutschen Nazi-Lagers Dachau, begeht ihr den Gedenktag für das Martyrium des polnischen Klerus während des Zweiten Weltkriegs. Bittet um den Beistand der Bischöfe, Priester und Seminaristen – der Märtyrer der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts. Mögen sie besonders für die jungen Menschen Fürsprache einlegen, damit diese mutig auf den Ruf Gottes antworten. Meinen Segen erhalte ihr alle!“

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Während des Zweiten Weltkrieges war das Konzentrationslager Dachau Haftlager auch für Geistliche aus ganz Europa, darunter viele polnische Priester und Ordensleute. Am 29. April 1945 befreiten Einheiten der US-Armee das KZ. Für Tausende Häftlinge kam die Rettung zu spät – sie starben an Entkräftung, Krankheiten und den Folgen der KZ-Haft. 

Friedensappell für Kolumbien

In seinen spanischsprachigen Grußworten ging der Papst auf die Gewalteskalation im Südwesten Kolumbiens ein, wo Rebellen in den letzten Tagen zahlreiche schwere Angriffe auf Zivilisten und Militärstützpunkte verübten.

„Mit Schmerz und Sorge habe ich von der tragischen Gewaltsituation erfahren, die den Südwesten Kolumbiens heimsucht und schwere Verluste an Menschenleben verursacht hat. Ich versichere den Opfern und ihren Angehörigen meine Verbundenheit im Gebet und fordere alle auf, jede Form von Gewalt abzulehnen und sich entschlossen für den Weg des Friedens zu entscheiden.“

Die Gewalteskalation steht im Zusammenhang mit dem Friedensabkommen von 2016 und den Präsidentschaftswahlen vom 31. Mai. Die kolumbianischen Behörden machen abtrünnige FARC-Gruppen, insbesondere den Zentralen Generalstab (EMC) unter der Führung von Iván Mordisco, für die Gewalt verantwortlich. Diese Gruppen hatten das Friedensabkommen damals nicht unterzeichnet und finanzieren sich hauptsächlich durch Drogenhandel und die Kontrolle von Koka-Anbaugebieten.

Erst am vergangenen Sonntag wurde ein Bombenanschlag auf dem Panamericana Highway in der Gemeinde Cajibío in der Provinz Cauca verübt. Der Sprengsatz traf einen Bus und mehrere Pkw und tötete mindestens 20 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, Dutzende Menschen wurden zudem verletzt. Der Anschlag galt als einer der tödlichsten Angriffe auf Zivilisten der letzten Jahrzehnte.

Gruß an Gäste aus Libanon, Irak und Syrien

Papst Leo begrüßte bei seiner Generalaudienz auch arabischsprachige Pilger, insbesondere aus dem Libanon, Irak und Syrien, die aktuell durch Krieg, Spannungen und Not gezeichnet sind. „Der Christ ist dazu gerufen, sich Gott anzuvertrauen, besonders in den Momenten der Schwäche und Sorge, denn mit Ihm sind wir im Frieden und in Sicherheit. Der Herr segne alle und schütze euch immer vor jedem Bösen“, machte Leo XIV. diesen Zuhörern Mut.

An italienischsprachige Gläubige gerichtet erinnerte der Papst an die heilige Katharina von Siena. Die Kirche begeht an diesem Mittwoch (29. April) den liturgischen Gedenktag der Dominikanerin und Kirchenlehrerin. Papst Leo wandte sich hier besonders an junge Menschen, Kranke und Eheleute:

„Liebe Jugendliche, seid in Christus verliebt, wie es Katharina war, um ihm mit Begeisterung und Treue zu folgen. Ihr, liebe Kranke, taucht eure Leiden ein in das Geheimnis der Liebe des Blutes des Erlösers, das die Heilige aus Siena mit besonderer Hingabe betrachtet hat. Und ihr, liebe frisch Vermählte, seid mit eurer gegenseitigen Liebe ein Zeichen der Liebe Christi zur Kirche.

Euch allen meinen Segen!“

(vatican news – pr)

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29. April 2026, 11:00