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Symbolbild: Kirche in Myanmar, hier mit Kardinal Charles Maung Bo Symbolbild: Kirche in Myanmar, hier mit Kardinal Charles Maung Bo  (AFP or licensors)

Myanmar: Neue Kirche als Zeichen der Beständigkeit im Konflikt

Im Dorf Taungyagone, gelegen in der Diözese Pathein, wurde diese Woche die neue katholische Kirche St. Remigius offiziell geweiht. Bischof Henry Eikhlein leitete die feierliche Eucharistiefeier im Beisein von Geistlichen und zahlreichen Gläubigen. Im Rahmen des Gottesdienstes spendete er zudem 70 Jugendlichen das Sakrament der Firmung.

Bischof Eikhlein bezeichnete das Gotteshaus als ein Geschenk, welches verdeutliche, dass die kirchliche Arbeit trotz Unsicherheit und prekärer Lebensumstände fortgesetzt werde. In seiner Ansprache an die Firmlinge betonte er deren Rolle als Missionare, die insbesondere Menschen in abgelegenen Gebieten sowie Vertriebene und Ausgegrenzte erreichen müssten. Die Jugendlichen seien aufgerufen, inmitten von Konflikt und Leid Zeugnis für Versöhnung abzulegen. Der Ortspfarrer, Peter Saw Ngwe, ordnete die Feier als Beleg für die Vitalität der katholischen Gemeinschaft in der Region ein.

Verschlechterung der Sicherheitslage im Ayeyarwady-Delta

Pathein ist Hauptstadt der Region Ayeyarwady und die viertgrößte Stadt Myanmars, sie galt lange Zeit als vergleichsweise stabil. Seit Anfang 2026 hat sich die Situation jedoch verändert. Berichten zufolge nähert sich der Bürgerkrieg der Region, da die Arakan Army und verbündete Widerstandskräfte aus dem benachbarten Bundesstaat Rakhine in Richtung Pathein vorrücken. Die reguläre Armee reagiert darauf mit einer Verstärkung der Verteidigungslinien. Schwere Kämpfe in den umliegenden Gemeinden haben in den vergangenen sechs Monaten zur Flucht von tausenden Zivilisten geführt.

Die Situation der Christen in Myanmar

Die Christen in Myanmar, die etwa sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen, befinden sich in einer schwierigen Lage. In der Diözese Pathein leben etwa 65.000 Katholiken unter einer Gesamtbevölkerung von 7,5 Millionen Menschen. Während die Diözese Pathein erst seit Kurzem direkt von Kampfhandlungen betroffen ist, leiden christliche Minderheiten in anderen Landesteilen wie den Bundesstaaten Chin, Kachin und Kayah bereits seit langem unter den Folgen des Putsches von 2021.

Kirchen und kirchliche Einrichtungen wurden in der Vergangenheit wiederholt zum Ziel militärischer Angriffe oder als Stützpunkte zweckentfremdet. Für viele Christen bedeutet der Alltag eine Gratwanderung zwischen der humanitären Hilfe für Geflüchtete und der Sorge um die eigene Sicherheit. Die Weihe der St.-Remigius-Kirche wird vor diesem Hintergrund als ein Akt der religiösen Selbstbehauptung wahrgenommen.

(ucan - mg)

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09. Mai 2026, 11:15