Nigeria: Katholische Kirche fordert gerechten Energiewandel
Der Übergang des Landes zu sauberer Energie müsse von Gerechtigkeit, Verantwortung und Achtung der Menschenwürde geleitet sein. Pater Banjo aäußerte sich am Donnerstag (7. Mai) auf dem interreligiösen und interdisziplinären Forum von GreenFaith Nigeria zum Thema „Nigerias Plan für einen gerechten Energiewandel“. Dort betonte der katholische Priester laut der Agentur aciafrica:
„Wir versammeln uns heute nicht nur als Fürsprecher, politische Akteure oder religiöse Führer, sondern auch als Stellvertreter. Wir versammeln uns, um eine tiefgreifendere Frage zu stellen: Welche Art von Zukunft wollen wir hinterlassen, und wer darf daran teilhaben?“, so Pater Banjo.
Nicht nur Politik und Regierung in der Pflicht
„Wir fordern daher die Regierungen auf allen Ebenen auf, klare, konsequente und gerechte Strategien zu entwickeln, die betroffene Gemeinden schützen, kleine Unternehmen unterstützen, den Ausbau sauberer und bezahlbarer Energie vorantreiben, menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen und sicherstellen, dass kein Teil des Landes zurückbleibt“, sagte er.
Er forderte außerdem Investoren, Finanzinstitute, Entwicklungspartner und den privaten Sektor auf, bei der Ausweitung erneuerbarer Energien ethische Standards zu gewährleisten.
„Die neue Energiewirtschaft darf alte Ungerechtigkeiten nicht unter einem saubereren Deckmantel reproduzieren“, warnte Pater Banjo.
Er forderte zudem eine breitere gesellschaftliche Verantwortung im Umweltschutz und regte dazu an, Abfallmanagement, Recycling, Baumpflanzungen und Wassereinsparung als Teil des Alltags zu praktizieren. Der nigerianische katholische Priester betonte, dass Energie in direktem Zusammenhang mit „Leben, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Ernährungssicherheit, industriellem Wachstum, nationaler Stabilität und Menschenwürde“ stehe. In Anlehnung an das Thema des Forums „Glaube, Gerechtigkeit und Macht: Förderung einer inklusiven und gerechten Energiewende in Nigeria“ sagte er, dass Entwicklung nicht allein anhand der Wirtschaftsleistung gemessen werden sollte: „Wahre Entwicklung lässt sich nicht allein in Megawatt, Investitionszahlen oder Wirtschaftsindikatoren messen. Sie muss auch daran gemessen werden, wie wir mit den Schwächsten unter uns umgehen: mit denen, die am Rande der Energiearmut stehen, mit denen, deren Land und Lebensgrundlagen durch den Klimawandel bedroht sind, und mit denen, deren Stimmen oft ungehört bleiben.“
Pater Banjo beschrieb den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt als eine theologische und ethische Verpflichtung, die in der Heiligen Schrift und der katholischen Soziallehre verwurzelt ist und erinnerte auch an das Sozial- und Umweltschreiben „Laudato Si" von Papst Franziskus.
(aciafrica - sst)
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