Die peruanische Kirche feiert in Piura eine Sühne-Messe für die „Campesinos“, die Opfer des Sodalicio geworden sind. Die peruanische Kirche feiert in Piura eine Sühne-Messe für die „Campesinos“, die Opfer des Sodalicio geworden sind. 

Peru: Wiedergutmachungsmesse für Opfer kirchlicher Übergriffe

In der Pfarrei San Juan Bautista in Catacaos, gelegen in der nordperuanischen Provinz Piura, hat eine feierliche Messe im Zeichen der Wiedergutmachung und der Gerechtigkeit stattgefunden. Die Feier richtete sich an die indigenen Bauerngemeinschaften des Tallán-Volkes, die über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Opfer von Verfolgungen, Enteignungen und Schikanen wurden. Verantwortlich für diese Übergriffe waren Gruppierungen, die mit dem Sodalitium Christianae Vitae verbunden sind.



Salvatore Cernuzio und Mario Galgano - Vatikanstadt

Diese unter dem Namen „Sodalicio“ bekannte Laien-Gesellschaft gehörte seit den 1970er-Jahren zu den aktivsten kirchlichen Bewegungen in Lateinamerika, geriet jedoch aufgrund von Missbrauchs- und Korruptionsskandalen ihrer Führungsebene in die Kritik. Am 14. April 2025 wurde die Vereinigung von Papst Franziskus per Dekret aufgelöst, unter anderem mit der Begründung eines fehlenden Gründungscharismas.

Schritt zur Auflösung

Der entscheidende Schritt zur Auflösung der Gemeinschaft zählte zu den letzten Amtshandlungen des argentinischen Pontifex vor der Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost, einem ehemaligen Missionar in Peru, der die Ermittlungen und die Unterstützung der Betroffenen massiv gefördert hatte. Begleitet wurde das Dekret von der Ernennung des katalanischen Prälaten Jordi Bertomeu Farnós zum apostolischen Kommissar für die Abwicklung der aufgelösten Gemeinschaft. Der Offizial des Dikasteriums für die Glaubenslehre war bereits in der Vergangenheit mit der Untersuchung von Missbrauchsfällen in Chile und anderen lateinamerikanischen Ländern betraut. Dazu gehörte auch Peru, die Heimat des Sodalicio-Gründers Luis Fernando Figari, der im August 2024 wegen Vorwürfen physischer, psychischer und sexueller Gewalt, auch an Minderjährigen, aus der Bewegung ausgestoßen worden war.

Im Vorfeld der Feier an diesem Samstag koordinierte der apostolische Kommissar in der Apostolischen Nuntiatur in Lima eine Anhörung für Personen, die sich als bisher unzureichend entschädigte Opfer von physischem, sexuellem oder geistlichem Missbrauch durch Mitglieder des Sodalitiums betrachten. Die peruanische Bischofskonferenz bezeichnete diese Maßnahme als konkreten Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Wiedergutmachung. Dazu gehören die vollständige Anerkennung des zugefügten Schadens, angemessene Entschädigungen sowie verbindliche Garantien, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern.

Kleinbauern aus Catacaos

Zu den Menschen, die sich an den Prälaten gewandt haben, gehören auch die Kleinbauern aus Catacaos. Die Messe, die von den Kardinälen Carlos Castillo Mattasoglio und Pedro Barreto sowie den Erzbischöfen Luciano Maza aus Piura und Alfredo Vizcarra aus Trujillo geleitet wurde, versteht sich als Antwort der Kirche auf die noch offenen Wunden der Betroffenen. Die Bischöfe des Landes betonten, dass die Zeremonie nach den Ergebnissen der Untersuchung den Weg für Gerechtigkeit ebnen und gleichzeitig eine symbolische Entschädigung darstellen soll.

An dem Gottesdienst in Piura nahmen neben den Betroffenen auch Vertretungen der Zivilgesellschaft, lokale Behörden und Mitglieder des in Peru akkreditierten diplomatischen Korps teil. Unterstützungsbekundungen kamen zudem von Bischöfen aus verschiedenen Regionen des Landes, darunter die apostolischen Vikare David Martínez de Aguirre aus Puerto Maldonado und Miguel Ángel Cadenas aus Iquitos. Auch der Lateinamerikanische Bischofsrat brachte seine Verbundenheit mit den indigenen Gemeinschaften zum Ausdruck und bekräftigte die Notwendigkeit, die menschliche Würde zu verteidigen und angesichts von Ausgrenzung und Missbrauch konsequent nach Gerechtigkeit zu suchen.

(vatican news)

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23. Mai 2026, 13:16