Suche

Die Organisation Save the Children weist zum Nationalen Tag gegen Pädophilie und Kinderpornografie auf eine besorgniserregende Entwicklung im digitalen Raum hin. Die Organisation Save the Children weist zum Nationalen Tag gegen Pädophilie und Kinderpornografie auf eine besorgniserregende Entwicklung im digitalen Raum hin.  (ANSA)

Save the Children: Massive Zunahme von digitalem Kindesmissbrauch

Im Jahr 2025 wurde weltweit ein Anstieg der Meldungen über den Austausch von mutmaßlichem sexuellem Missbrauchsmaterial von Kindern um 450 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Das geht aus einem neuen Bericht des Kinderhilfswerkes Save the Children hervor.

Die Organisation Save the Children weist zum Nationalen Tag gegen Pädophilie und Kinderpornografie, der in Italien am 5. Mai begangen wird, auf eine besorgniserregende Entwicklung im digitalen Raum hin. Besonders markant ist die Zunahme von Videos, die mittels künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Hier liegt die Steigerungsrate bei 26.000 Prozent innerhalb eines Jahres. Während im Vorjahr lediglich 13 solcher Videos identifiziert wurden, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf über 3.400 an.

98 Prozent der Opfer sind Mädchen

Die vorliegenden Daten verdeutlichen eine anhaltende Gefährdung von Mädchen, die 98 Prozent der Opfer ausmachen. Ein Großteil der Betroffenen, etwa 91 Prozent, befindet sich im Alter zwischen drei und dreizehn Jahren. Neben der Zunahme von Bildmaterial wurde ein Anstieg des sogenannten Grooming, der gezielten Kontaktaufnahme zu Minderjährigen in Missbrauchsabsicht, um 192 Prozent registriert. Von den über 4,7 Millionen Meldungen über verdächtiges Material im Jahr 2025 wurde in 67 Prozent der Fälle illegaler Inhalt bestätigt. Über 1,3 Millionen dieser Meldungen bezogen sich auf neue Inhalte, was auf fortlaufende aktuelle Missbrauchshandlungen schließen lässt.

In Italien zeigt die Statistik der Postpolizei für das Jahr 2025 einen Anstieg der Online-Anbahnungsversuche um 15,7 Prozent. Die am stärksten betroffene Altersgruppe liegt zwischen 14 und 16 Jahren. Besonders auffällig ist die Zunahme von Fällen sexueller Erpressung, der sogenannten Sextortion, die um 73 Prozent anstieg. Demgegenüber steht ein Rückgang der behandelten Fälle von Kinderpornografie und Online-Anbahnung um 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Anzeigen um 5,2 Prozent und die der Festnahmen um über 54 Prozent an.

Umsetzung der EU-Verordnung gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Angesichts dieser Entwicklungen betont Save the Children die Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung des Gesetzes über digitale Dienste sowie der Verabschiedung einer europäischen Verordnung gegen sexuellen Kindesmissbrauch. Die Organisation verweist auf eine bestehende Gesetzeslücke seit Anfang April 2025, da eine Ausnahmeregelung zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation nicht verlängert wurde. Diese Regelung ermöglichte es Technologieunternehmen bisher, freiwillig nach Missbrauchsmaterial zu suchen. Eine großflächige Erkennung gilt als wesentliche Voraussetzung, um illegale Inhalte schnell zu entfernen, Ermittlungen einzuleiten und die Identifizierung der Opfer zu ermöglichen.

Die Direktorin für institutionelle Beziehungen von Save the Children, Giorgia D’Errico, erklärt hierzu, dass eine Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Familien und Unternehmen erforderlich sei, um digitale Umgebungen sicherer zu gestalten. Die technologische Entwicklung schreite schneller voran als politische Entscheidungsprozesse. Es sei entscheidend, klare Rechtsgrundlagen für die freiwillige Erkennung von Inhalten in der Europäischen Union zu schaffen und Präventionsmaßnahmen durch wirksame Verhaltenskodizes und zugängliche Meldekanäle zu verstärken.

Zur Unterstützung dieser Ziele betreibt die Organisation Programme zum Online-Schutz und stellt Plattformen zur Verfügung, die Fachkräfte und Institutionen im Umgang mit Risiken schulen. Seit dem Jahr 2002 ermöglicht ein spezieller Dienst die anonyme Meldung von kinderpornografischem Material in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden. Da Missbrauch auch in vermeintlich sicheren Umgebungen wie Schulen oder Sportvereinen stattfindet, setzt sich die Organisation zudem für umfassende Kinderschutzrichtlinien in allen gesellschaftlichen Bereichen ein.

(pm - mg)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

04. Mai 2026, 10:48