Ausschreitungen in Maputo Ausschreitungen in Maputo  (AFP or licensors)

Südafrika: Bischöfe fordern Ende der fremdenfeindlichen Gewalt

In Südafrika hält die Welle gewaltsamer Übergriffe gegen Migranten aus anderen afrikanischen Ländern an. Mit Blick auf Berichte über Tote und Verletzte haben die katholischen Bischöfe Afrikas die Regierung in Pretoria aufgefordert, die Ausschreitungen umgehend zu beenden.

Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, der Präsident des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar, bezeichnete die Vorfälle als unvereinbar mit afrikanischen Werten.

Seit Ende April ziehen bewaffnete Gruppen durch die Straßen bedeutender Städte wie Pretoria, Durban, Kapstadt und Johannesburg. Die Teilnehmer fordern die Ausreise ausländischer Staatsangehöriger und führen als Gründe den Mangel an Arbeitsplätzen sowie die allgemeine Unsicherheit an. Berichten zufolge werden Menschen von Bürgerwehren angehalten und zur Vorlage ihrer Dokumente gezwungen. Dabei kam es zu Plünderungen und Sachbeschädigungen an Eigentum, das Migranten zugeordnet wird. Lokale Medien bestätigten mehrere Todesopfer, darunter Staatsbürger aus Äthiopien und Nigeria.

Fundament der Geschwisterlichkeit

Kardinal Ambongo erklärte in einer Stellungnahme, dass Gewalt gegen Ausländer nicht nur eine Verletzung der menschlichen Person darstelle, sondern auch das Fundament der universellen Geschwisterlichkeit verneine. Er drückte der Südafrikanischen Katholischen Bischofskonferenz seine Solidarität für deren Haltung zugunsten der Opfer von Diskriminierung aus. Bereits im Vorfeld hatte Kardinal Stephen Brislin aus Johannesburg betont, dass jede Person in Südafrika ungeachtet des rechtlichen Status ein Recht auf medizinische Versorgung und Bildung habe. Keine Gruppe sei befugt, die Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden durch Lynchjustiz zu ersetzen.

Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde leben etwa drei Millionen Migranten in Südafrika, was einem Anteil von fünf Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Aufgrund der aktuellen Lage hat Nigeria bereits ein Programm zur freiwilligen Rückführung gestartet, für das sich über einhundert Staatsangehörige anmeldeten. Auch Ghana hat erste Rückführungen eingeleitet.

Gegenseitige Abhängigkeit und Solidarität

Die kirchlichen Vertreter sehen in den Angriffen einen Widerspruch zum Prinzip von Ubuntu, das die gegenseitige Abhängigkeit und Solidarität betont. Kardinal Ambongo forderte die Afrikanische Union auf, ihre Rolle als Hüterin kontinentaler Werte wahrzunehmen und Mechanismen zur Frühwarnung vor fremdenfeindlicher Gewalt zu etablieren. Er betonte, dass die Glaubwürdigkeit Afrikas auf internationaler Ebene gefährdet sei, wenn Hass und Stigmatisierung die Oberhand gewinnen.

Auch die Kommission der Afrikanischen Union für Menschenrechte und Rechte der Völker äußerte sich besorgt. Der Berichterstatter Solomon Ayele Dersso rief die südafrikanische Regierung dazu auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Tätigkeit illegaler Bürgerwehren zu unterbinden und die Verantwortlichen für die Gewaltakte zur Rechenschaft zu ziehen.

(ucan - mg)

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07. Mai 2026, 09:18