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Erzbischof Vincent Jordy von Tours (rechts) Erzbischof Vincent Jordy von Tours (rechts)  (AFP or licensors)

Frankreich: Erzbischof Jordy freut sich auf Papstreise im September

Der Erzbischof von Tours, Vincent Jordy, hat sich in einem ausführlichen Interview zu den weltweiten Aktivitäten des Oberhaupts der katholischen Kirche sowie zu den konkreten Plänen für dessen anstehenden Frankreich-Besuch geäußert. Der Erzbischof, der Papst Leo XIV. jüngst in Spanien begleitete und Ende Juni zu weiteren Gesprächen im Vatikan erwartet wird, zog eine durchweg positive Bilanz der bisherigen Amtsführung des Pontifex.

In Spanien zog der Papstbesuch enorme Menschenmassen an. Erzbischof Jordy berichtete von 1,2 Millionen Menschen in Madrid und einer Abendveranstaltung mit rund 500.000 Jugendlichen. Ein zentraler Höhepunkt der Reise war jedoch der Aufenthalt in Barcelona. Dort weihte der Papst den jüngst fertiggestellten Hauptturm der weltberühmten Basilika Sagrada Família des Architekten Antoni Gaudí ein. Der Turm, der von einem Kreuz gekrönt wird, macht die Basilika zum nunmehr höchsten religiösen Bauwerk der Welt.

An der feierlichen Messe in der Basilika nahmen neben dem spanischen Königspaar rund 2.000 geladene Gäste teil, darunter zahlreiche Bischöfe aus Spanien, Frankreich und Afrika sowie hochrangige Mitglieder der römischen Kurie. Bei der anschließenden Zeremonie im Außenbereich segnete der Papst den neuen Turm und setzte damit, so Jordy, ein sichtbares Zeichen für die Präsenz und den Zeugnischarakter der Kirche inmitten der modernen Gesellschaft.

Zum Nachhören - was der Erzbischof sagt

Der Papstbesuch in Frankreich

Erzbischof Jordy äußerte sich zu der für die letzte Septemberwoche angekündigten Reise von Papst Leo XIV. nach Frankreich. Die logistische und spirituelle Messlatte liege nach den Ereignissen in Madrid und Barcelona zwar hoch, doch die französische Kirche bereite sich bereits mit großer Freude vor. Der Erzbischof nannte dabei die thematischen Schwerpunkte der einzelnen Stationen.

So stünde in Paris Ende September ein großes Treffen mit Jugendlichen im Vordergrund, das an die historischen Weltjugendtage unter Papst Johannes Paul II. anknüpfen soll. Es folge ein Gottesdienst für alle Gläubigen. Inhaltlich werde dieser Aufenthalt eng mit den Beratungen der Bischöfe über die Rolle von Neueingetretenen und Wiedereingetretenen in der Kirche verknüpft sein.

In Lourdes werde der Papst mit der französischen Bischofskonferenz zusammentreffen. Es sei auch eine große gemeinsame Feier auf dem Freigelände des Wallfahrtsortes angesetzt. In Metz finde die Abschlussstation in Ostfrankreich statt.

Erzbischof Jordy betonte nachdrücklich, dass der aus Amerika stammende Papst der europäischen Staatengemeinschaft wichtige Impulse zu den Themen Demokratie, Menschenrechte und Friedenssicherung mit auf den Weg geben möchte. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Erschütterungen und des Ringens zwischen den großen Machtblöcken in den USA, China und Russland sei diese Botschaft von herausragender Bedeutung. Die Gläubigen in Frankreich rief der Erzbischof dazu auf, sich nicht nur organisatorisch, sondern vor allem spirituell und im Gebet auf dieses Ereignis vorzubereiten, um die Worte des Papstes für eine innere Erneuerung zu nutzen.

Verhandlungen über die Krankenhausseelsorge in Tours

Am Rande des Interviews nahm Erzbischof Jordy auch Stellung zu den jüngst angekündigten Stellenstreichungen für bezahlte katholische Seelsorger am Universitätsklinikum in Tours. Er erinnerte daran, dass das französische Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat aus dem Jahr 1905 ausdrücklich die Kultusfreiheit garantiere. Da Kranke im Krankenhaus daran gehindert sind, ihren Glauben frei auszuüben, sieht das Gesetz Ausnahmen vor, die eine staatliche Mitfinanzierung von Seelsorgern ermöglichen. Dies sei im Katholizismus aufgrund der Spendung von Sakramenten – oft auch in der Nacht oder vor schweren Operationen – von besonderer Relevanz.

Nachdem das Bistum die Öffentlichkeit alarmiert hatte, kam es zu einem klärenden Gespräch mit der Krankenhausleitung. Erzbischof Jordy beschrieb den Austausch als höflich, einvernehmlich und von gegenseitigem Verständnis geprägt. Man habe gemeinsam über den Wert dieser Präsenz nachgedacht, insbesondere mit Blick auf die anstehende Gesetzgebung zum Lebensende, die sowohl Familien als auch das Pflegepersonal vor neue Herausforderungen stellen wird. Das Bistum habe signalisiert, die Sparzwänge des Krankenhauses zu verstehen und Zugeständnisse zu machen. Die laufenden Verhandlungen stimmen den Erzbischof zuversichtlich, dass eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden wird.

(rcf - mg)

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15. Juni 2026, 11:12