Kongo: Ausbreitung der Ebola-Epidemie im Osten
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo bemühen sich Hilfsorganisationen und internationale Partner, die Ausbreitung der Ebola-Krankheit Krankheit einzudämmen. Doch die Herausforderungen sind groß: Neben einem schwachen Gesundheitssystem erschweren anhaltende bewaffnete Konflikte die Bekämpfung des Virus.
Wie die Welthungerhilfe mitteilte, sind in der Provinz Ituri bereits 20 von 36 Bezirken betroffen. In der benachbarten Provinz Nord-Kivu wurden Infektionen in 10 von 34 Bezirken registriert. Die Landesdirektirin der Welthungerhilfe im Kongo, Ursula Langkamp, erklärte: „Der Unterstützungsbedarf ist extrem hoch und wächst täglich.“
Ebola zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Das Virus verursacht zunächst Symptome, die einer Malaria- oder Grippeerkrankung ähneln. Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen gehören ebenso dazu wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Je nach Virusvariante liegt die Sterblichkeitsrate zwischen 25 bis 90 Prozent.
Zunehmend neue Ausbrüche
Nach Angaben der Welthungerhilfe werden mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft medizinische Materialien und Hilfsgüter bereitgestellt. Dennoch entstehen fortlaufend neue Infektionsherde. „Das macht die Eindämmung der Epidemie sehr schwierig“, so Langkamp.
Besonders problematisch sei die Nachverfolgung von Kontaktpersonen infizierter Menschen. Um eine Ausbreitung wirksam einzudämmen, müssten mehr als 90 Prozent dieser Kontakte überwacht werden. Tatsächlich habe die Quote in den vergangen Tagen jedoch nur zwischen 30 und 70 Prozent gelegen.
Auch bei der Früherkennung von Verdachtsfällen bestehen weiterhin Defizite. Zwar werden Teststationen an öffentlichen Einrichtungen, Märkten oder entlang wichtiger Verbindungsstraßen zunehmend eingerichtet. „Es gibt aber nicht genug, da die Epidemie sich schnell ausbreitet“, erklärte die Landesdirektorin.
Grenzen zu neun Staaten
Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den größten Staaten Afrikas und grenzt an neun Nachbarländer. Die hohe Mobilität der Bevölkerung erhöht das Risiko einer grenzüberschreitenden Ausbreitung. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) und ihre Partner deshalb in wichtigen Grenzregionen mehrere mobile und stationäre Labore eingerichtet. Diese sollen helfen, das Infektionsgeschehen zu überwachen und Verdachtsfälle schnell zu testen.
Hilfswerke warnen, dass die kommenden Wochen entscheidend sein werden, um eine weitere Ausbreitung der Epidemie einzudämmen. Die internationale Unterstützung bleibe daher von zentraler Bedeutung.
(kna – nm)
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