Polen: 9 im Zweiten Weltkrieg getötete Salesianer seliggesprochen
Kardinal Semeraro würdigte die neun Märtyrer im Rahmen seiner Predigt als Beispiele für die Treue zu Christus. Er beschrieb das Zeugnis, das die Ordensleute inmitten von Hass und Gewalt abgelegt hätten, als „Samenkorn des Friedens und der Brüderlichkeit“ für zukünftige Generationen. Die Salesianer waren vor ihrer Verhaftung in unterschiedlichen Regionen Polens in der Seelsorge sowie im Bildungsbereich aktiv. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie von den deutschen Besatzungsbehörden aus religiösem Hass inhaftiert und ermordet. Pater Jan Swierc und sieben weitere Ordensbrüder starben im Zeitraum zwischen Juni 1941 und September 1942 im Konzentrationslager Auschwitz, während Pater Franciszek Miska im Mai 1942 im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam. Berichten zufolge blieben die Betroffenen auch unter den Bedingungen der Lagerhaft als Seelsorger für ihre Mitgefangenen aktiv.
An der Eucharistiefeier nahmen neben dem Erzbischof von Krakau, Kardinal Grzegorz Ryś, auch der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, sowie der polnische Staatspräsident Karol Nawrocki teil.
Erinnerung an Papst Johannes Paul II.
Während der Zeremonie rief Kardinal Semeraro zudem die Verbindung zum früheren Papst Johannes Paul II. in Erinnerung. Dieser hatte während seiner Zeit in einer Krakauer Gemeinde die Verfolgung und Inhaftierung von Salesianern durch die Nationalsozialisten persönlich miterlebt. In einer Publikation hielt das spätere Kirchenoberhaupt fest, dass diese Ereignisse und die Präsenz der Salesianer maßgeblich zu seiner eigenen Entscheidung für den Priesterberuf beigetragen hatten. Den entsprechenden Textabschnitt zitierte Semeraro im Verlauf des Gottesdienstes.
Die gezielte Verfolgung des katholischen Klerus im besetzten Polen forderte erhebliche Opfer. Nach Erhebungen der Polnischen Bischofskonferenz verloren durch die nationalsozialistische Herrschaft rund 2.800 polnische Geistliche, darunter sechs Bischöfe, ihr Leben. Papst Johannes Paul II. hatte bereits im Juni 1999 in Warschau eine Gruppe von 108 polnischen Märtyrern seliggesprochen, von denen etwa 40 im Konzentrationslager Dachau starben. Die nun seliggesprochenen neun Salesianer sind Teil eines Verfahrens für insgesamt 122 Personen, das im Jahr 2003 initiiert wurde.
(kap/vatican news - mg)
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