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Vizepräsident Vance hält eine Rede Vizepräsident Vance hält eine Rede  (2026 Getty Images)

USA: Buch von Vance über seinen katholischen Glauben

In seinem neuen Buch „Communion- Finding My Way Back to Faith“ beschreibt US-Vizepräsident J.D. Vance seinen Weg zum katholischen Glauben. Der Politiker berichtet unter anderem von seiner Begegnung mit Papst Franziskus am Tag vor dessen Tod.

US-Vizepräsident James David Vance hat ein Buch über seinen Weg zum katholischen Glauben veröffentlicht. Das Werk mit dem Titel „Communion - Finding My Way Back to Faith“ erschien in dieser Woche im Verlag HarperCollins. Darin schildert der 41-Jährige seine Kindheit, sowie die Jahre in einem evangelikalen und später atheistisch-liberalen Umfeld, bevor er zur katholischen Kirche fand.

Als wichtige Stationen seines Glaubensweges nennt Vance Gespräche mit zwei Dominikanerpatres in Washington, die Geburt seines ersten Sohnes sowie ein Aufenthalt in einer weitgehend leeren Kathedrale im französischen Burgund. Dort habe er die lange und konfliktreiche Geschichte der katholischen Kirche förmlich gespürt. Seine damalige Erkenntnis beschreibt er mit den Worten: „Und doch, die Kirche, dieses Gebäude und die Gemeinschaft der Gläubigen, hat all das überdauert.“ Wenig später habe er um die Taufe gebeten.

„im Chaos des modernen Lebens einen tiefen Sinn suchen“

Über die katholische Kirche schreibt er: „Zu den Dingen, die ich an meiner Kirche bewundere, gehört die Tatsache, dass grundlegende Fragen der Lehre sich nur sehr selten ändern, und das auch nur nach einem langen, mühsamen Prozess, der viele kirchliche Instanzen involviert. Deshalb fühlt sich Katholizismus stabiler an, was eine Reihe junger Konvertiten anzieht, mit denen ich gesprochen habe, und die im Chaos des modernen Lebens einen tiefen Sinn suchen.“

Begegnung mit Papst Franziskus

Zu den bemerkenswertesten Passagen des Buches gehört Vances Schilderung seines Vatikan-Besuchs zu Ostern 2025. Dabei traf er auch Papst Franziskus – einen Tag vor dessen Tod im April desselben Jahres. Das Buch enthält eine persönliche Beschreibung dieser Begegnung sowie Eindrücke von Gesprächen mit Vertretern der vatikanischen Diplomatie.

Kritik an vatikanischen Gesprächen über Migration

Ebenfalls berichtet er über weitere Treffen im Vatikan im Zuge des Besuchs zu Ostern 2025. Über sein damaliges Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und weiteren Vatikandiplomaten sei er an einem Punkt eher enttäuscht. Diese hätten beim Thema Migration nicht sehr klar gesprochen: „Was sie sagten, war zu abstrakt, um hilfreich zu sein.“

Weiter heißt es, er sei „überrascht, dass eine der wenigen Instanzen mit moralischer Autorität und globaler Perspektive in der Frage der Migration so ängstlich schien, etwas Kontroverses zu sagen, dass sie lieber im Endeffekt gar nichts sagte“.

Lieber klare Mahungen als vage Dinge

Zugleich verteidigt Vance den verstorbenen Papst Franziskus gegen manche Kritik aus konservativen katholischen Kreisen. Auch dort, wo er inhaltlich anderer Meinung gewesen sei, habe er die Offenheit des Papstes geschätzt. „Er war der Papst, Donald Trump der Präsident und ich der Vizepräsident. Wir hatten unterschiedliche Rollen, und mir waren seine klaren Mahnungen lieber als die vagen Dinge, die ich im Vatikan zu hören bekam.“

„mir waren seine klaren Mahnungen lieber als die vagen Dinge, die ich im Vatikan zu hören bekam“

Neben seinem Glaubensweg blickt Vance in dem Buch auch auf weitere Stationen seines Lebens zurück – von seiner Familie über den Militärdienst und die Studienzeit bis hin zu seiner Karriere als Bestsellerautor und Politiker.

(kap – nm)

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18. Juni 2026, 11:20