USA: Kirche auf Hawaii feiert
Die Feierlichkeiten beginnen am 9. Juli und beziehen sich auf die Ankunft erster katholischer Missionare im Jahr 1827. Der Auftakt fällt auf das Fest der Diözesanpatronin „Unserer Lieben Frau vom Frieden“ und wird gleichzeitig in der Konkathedrale St. Teresa sowie in den 66 Pfarren und 23 Missionskirchen auf mehreren Inseln des Archipels gefeiert. Das Jubiläum soll bis Juli 2027 dauern.
Nach Angaben der Diözese werden beim Gedenkjahr sowohl die historischen Missionare als auch die lokale Annahme des Glaubens durch die hawaiianische Bevölkerung gewürdigt. Bischof Larry Silva betonte bei der Vorstellung des Programms, das Jubiläum verweise auch auf die aktuelle kirchliche Sendung. Trotz der langen christlichen Tradition gebe es weiterhin Regionen und Bevölkerungsgruppen ohne ausreichenden Zugang zur Verkündigung des Evangeliums. „Wer wird ihnen von Jesus Christus erzählen, wenn wir es nicht tun?“, so der Bischof.
Die ersten Missionare kamen aus Frankreich und Belgien
Mehrere zentrale Großveranstaltungen sollen im Rahmen des Jubiläums stattfinden, darunter ein dreitägiges Abschlussfest vom 7. bis 9. Juli 2027 sowie eine Pilgerreise nach Frankreich und Belgien im Oktober 2027 zu den historischen Ursprüngen der ersten katholischen Missionare im Pazifikraum. Parallel dazu soll eine digitale Plattform eingerichtet werden, die Informationen, historische Inhalte und Beteiligungsmöglichkeiten für Gläubige und Interessierte bündelt.
Bei vielen der Feierlichkeiten wird auch an die Tätigkeit früher katholischer Missionare erinnert, von denen der berühmteste der heilige Damian de Veuster (1840-1889) ist, der im 19. Jahrhundert auf der Leprakolonie in Kalaupapa auf der Insel Molokai wirkte. Der belgische Herz-Jesu-Missionar kam 1864 nach Hawaii und übernahm später die seelsorgliche Betreuung der abgeschotteten Leprakolonie, wirkte entscheidend an der Verbesserung der Lebensbedingungen der Kranken mit, infizierte sich schließlich selbst mit Lepra und starb 1889 auf Molokai.
Damian de Veuster und Marianne Cope
2009 wurde de Veuster von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Die 1843 errichtete Kathedralbasilika in Honolulu, in der er geweiht wurde - sie gilt als älteste durchgehend genutzte katholische Kathedrale der USA - wird derzeit restauriert und soll künftig eine Reliquienkapelle für ihn sowie für die heilige Marianne Cope (1838-1918) erhalten. Die aus Deutschland stammende Franziskanerin war an de Veusters Seite ebenfalls auf Hawaii tätig und übernahm dort vor allem Aufgaben in der Pflege und Organisation der Versorgung von Leprakranken sowie von Waisenkindern. Sie ist seit 2012 eine Heilige.
(kap – sk)
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