Suche

Betende Menschen Betende Menschen  (2025 Getty Images)

USA: Bericht dokumentiert weltweiten Anstieg religiös motivierter Anfeindungen

Das Pew Research Center hat seinen 16. Jahresbericht über weltweite Einschränkungen der Religionsfreiheit vorgelegt. Die Daten für das Jahr 2023 zeigen, dass in zahlreichen Staaten die gesellschaftlichen Feindseligkeiten durch Einzelpersonen und Gruppen zugenommen haben. Die Studienautorinnen Samirah Majumdar und Vivian Jacobs werteten hierfür Daten aus 198 Ländern und Territorien aus.

Als Quellen dienten 19 Institutionen und Dokumente, darunter Länderverfassungen, das US-Außenministerium, die Vereinten Nationen, die Europäische Union sowie Berichte von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International.

Die Untersuchung basiert auf zwei Messgrößen: dem Index für Regierungsrestriktionen, der behördlich verordnete Einschränkungen erfasst, und dem Index für gesellschaftliche Anfeindungen, der Handlungen von Einzelpersonen oder Organisationen wie Vandalismus und physische Angriffe misst. Laut dem Bericht verzeichneten im Jahr 2023 insgesamt 55 der 198 untersuchten Staaten ein hohes oder sehr hohes Niveau gesellschaftlicher Feindseligkeiten, verglichen mit 45 Staaten im Vorjahr. Demgegenüber ging die religiös motivierte Feindseligkeit in Äthiopien und auf den Philippinen zurück.

Hohe gesellschaftliche Feindseligkeiten

In Europa stiegen unter anderem Belgien, Norwegen, Russland, Spanien und Schweden in die Kategorie der Länder mit hoher gesellschaftlicher Feindseligkeit auf. In Spanien wurde diese Entwicklung auf die Schikanierung von Muslimen, Juden und Zeugen Jehovas zurückgeführt. In Norwegen registrierten die Forscher Angriffe auf Zeugen Jehovas sowie eine Zunahme von Hassrede gegen Juden und Muslime im Kontext des Konflikts zwischen Israel und der Hamas. In Russland trugen Vorfälle von Mob-Gewalt gegen jüdische und muslimische Personen zu einer höheren Einstufung bei.

Der Bericht stellt fest, dass staatliche Schikanen, ob verbaler oder physischer Natur, weiterhin eine der häufigsten Formen der Einschränkung von Religionsfreiheit darstellen. Solche Maßnahmen wurden im Jahr 2023 in 185 Ländern registriert, was 98 Prozent der untersuchten Staaten entspricht. Zudem erreichte die staatliche Behinderung von Religionsausübungen mit 175 betroffenen Ländern einen neuen Höchststand in der Langzeitstudie. Nordkorea wurde aufgrund mangelnden Zugangs für unabhängige Beobachter nicht in die statistische Auswertung einbezogen, obgleich Berichte die dortige Regierung als restriktiv einstufen.

Unter den 25 bevölkerungsreichsten Nationen wiesen China, der Iran, Indonesien, Ägypten und Russland die höchsten staatlichen Restriktionen auf, während Südafrika, die USA, Japan, die Philippinen und das Vereinigte Königreich die geringsten Werte verzeichneten. Bei den gesellschaftlichen Anfeindungen führten Nigeria, Indien, Bangladesch, Pakistan und Ägypten die Liste der bevölkerungsreichsten Länder an. Die niedrigsten Werte in dieser Kategorie wiesen China, die USA, Südafrika, Japan und Vietnam auf. Im langfristigen Trend seit 2007 zeigt sich, dass der Medianwert für staatliche Restriktionen kontinuierlich gestiegen ist, während gesellschaftliche Konflikte je nach Ereignislage schwanken.

(ucan - mg)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

17. Juni 2026, 10:21