Dominikanische Republik: Festnahmen im Wochenbett
Myriam Sandouno und Mario Galgano - Vatikanstadt
Die Generaldirektion für Migration der Dominikanischen Republik gab bekannt, im Juni 34.226 haitanische Staatsangehörige ohne geregelten Aufenthaltsstatus abgeschoben zu haben. Die Folgen betreffen insbesondere schwangere Frauen und Mütter von Neugeborenen. Eine betroffene Frau beschreibt die Vorgänge nach der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus:
„Nach einer Woche, die ich nach meiner Entbindung im Krankenhaus verbracht hatte, wurde ich festgenommen und an die Grenze zu Haiti gebracht. Im Krankenhaus setzte man mich in einen Rollstuhl und fragte mich, ob ich mein Baby anmelden würde. Ich antwortete, dass ich das tun würde. Sie sagten mir dann, dass ich nach Hause fahren würde, aber das war eine Lüge. Zu meiner großen Überraschung riefen sie, ohne dass ich es wusste, den Einwanderungsdienst an. Ich denke, sie hatten alles im Geheimen geplant. Von diesem Moment an begann mein Elend.“
Tragische Entwicklung
Nach der Abschiebung versuchte die Frau, mit dem Säugling über die Grenze zurückzukehren, da die haitanische Hauptstadt größtenteils unter Kontrolle bewaffneter Banden steht. Auf dem Weg geriet sie in die Gewalt von Entführern, die Lösegeld forderten.
Aus Furcht vor Festnahmen verzichten einige Frauen auf medizinische Hilfe während der Entbindung und weichen auf Orte mit unzureichender Hygiene aus. Eine anonyme Zeugin schildert die Umstände vor Ort:
„Sie behandeln die Frauen, die gerade entbunden haben, schlecht. Einigen legen sie Handschellen an. Es gibt Säuglinge, die sterben, weil die Mütter nicht ins Krankenhaus gehen können, und einige dieser Mütter sterben ebenfalls.“
Kirchenvertreter mahnen politische Reaktionen an. Pater Roostaveg Gérome aus der haitanischen Diözese Hinche fordert einerseits die Führung in Haiti auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Migration überflüssig machen. Gleichzeitig richtet sich der Appell an die dominikanischen Behörden und die kirchlichen Institutionen, auf die physische und psychische Belastung der Betroffenen mit humanitären Maßnahmen zu reagieren.
Endlich Wahlen
Unterdessen hat die Regierung in Haiti bekannt gegeben, dass am kommenden 13. Dezember Wahlen stattfinden sollen. Seit 2016 konnte das haitianische Volk nicht mehr demokratisch wählen. Präsident Jovenel Moïse war im Juli 2021 einem Attentat zum Opfer gefallen, seitdem gab es kein gewähltes Staatsoberhaupt. Ursprünglich waren Wahlen für den 30. August 2026 vorgesehen, die aber wieder verschoben wurden. Die Ankündigung der Wahlen Ende des Jahres wurde durch die Karibische Gemeinschaft positiv aufgenommen.
(vatican news)
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