Heiliges Land: „Das Westjordanland brennt“
Der Franziskanerpater Ibrahim Faltas, ehemaliger stellvertretender Franziskaner-Kustos und Leiter der Franziskanerschulen im Heiligen Land, schreibt in einem an diesem Montag auf dem arabischsprachigen Portal „Abouna“ veröffentlichten Beitrag: „Das Westjordanland brennt, blutet, schreit vor Schmerz und Leid.“ Vor dem Hintergrund von Tod und Zerstörung sei das von Israel besetzte Westjordanland zu einem nicht mehr wiederzuerkennenden Ort geworden. Dessen Bewohner würden aufgrund der jahrelang andauernden und sich täglich verschärfenden Lage leiden.
Junge Menschen der Hoffnung beraubt
Das palästinensische Leben sei durch gewalttätige und aggressive Siedler und deren Gewaltakte sowie durch mehr als tausend israelische Kontrollpunkte in palästinensischen Gebieten unterdrückt. Junge Menschen seien der Hoffnung beraubt.
Endlose Gewaltspirale stoppen
Faltas forderte dazu auf, den Appellen Papst Leo XIV. zur Beendigung der Gewalt Folge zu leisten, „um diese endlose Spirale zu stoppen“. Beiden Völkern müssten die bevorstehenden Wahlen in Israel und palästinensischen Gebieten „ein neues Gleichgewicht und echte Gerechtigkeit“ bringen.
Hintergrund
Am Freitag hatte ein von Israel als Terrorangriff eingestufter tödlicher Zusammenstoß von israelischen Siedlern und Palästinensern im Norden der besetzten Gebiete des Westjordanlandes eine neue Gewaltwelle ausgelöst. Zwei Israelis und vier Palästinenser wurden dabei getötet. Die israelische Regierung hatte harte Maßnahmen und neue Siedlungen angekündigt. Am Wochenende führte die israelische Armee Razzien im gesamten Gebiet durch. Medien berichteten von zahlreichen Gewaltakten israelischer Siedler gegen palästinensische Orte, darunter unter anderem vermeintliche Brandanschläge auf zwei Moscheen.
(kna/kap - sc)
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