Indien: Studierende begrüßen den Rücktritt des indischen Bildungsministers und beenden ihren wochenlangen, auch von Bischöfen unterstützten Protest Indien: Studierende begrüßen den Rücktritt des indischen Bildungsministers und beenden ihren wochenlangen, auch von Bischöfen unterstützten Protest  (AFP or licensors)

Indien: Studierende beenden landesweiten Protest

Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung hat an diesem Samstag ihre Proteste in ganz Indien für beendet erklärt. Zuvor war der Bildungsminister zurückgetreten. Die Studierenden hatten wochenlang massiv und in vielen Städten Indiens für bessere Bildungschancen demonstriert; die katholischen Bischöfe Indiens hatten ihr Anliegen unterstützt.


Es war die größte Protestbewegung gegen die hindunationalistische Regierung von Premierminister Narendra Modi seit dessen Amtsantritt 2014. Mit dem Rücktritt des Bildungsministers Dharmendra Pradhan habe die Regierung eine zentrale Forderung erfüllt, erklärte die „Cockroach Janta Party“ (wörtlich: „Kakerlaken-Volkspartei“) am Samstag.

Auch die katholischen Bischöfe hatten sich hinter die jungen Demonstrierenden gestellt. Sie verurteilten die Polizeigewalt gegen die Studierenden bei den Kundgebungen und forderten einen transparenten und gerechten Bildungsbetrieb. Außerdem rief die Bischofskonferenz die Regierung zu Dialog und Reformen zugunsten der jungen Menschen in Indien auf. Bischof Ambrose Pitchaimuthu von Vellore hatte sich schon nach der ersten öffentlichen Kundgebung der „Kakerlaken“-Bewegung Anfang Juni geäußert. Er bezeichnete sie als ein „Zeichen des Erwachens der jungen Menschen in Indien“.

Zwei Millionen wollten Medizin studieren - Testergebnis annulliert

Auslöser war ein Skandal um den landesweiten Medizin-Aufnahmetest NEET am 3. Mai. Rund zwei Millionen junge Menschen hatten an der Prüfung teilgenommen, auf die manche sich über Jahre vorbereiten. Wegen mutmaßlich vorab veröffentlichter Aufgaben wurde der Test für ungültig erklärt. Daraus entstand eine massive Protestbewegung, die auch auf mehrere Dutzend Suizide unter Studierenden infolge des annullierten Tests verwies.

Neben dem Rücktritt des Ministers sagte die Regierung Entschädigungen für betroffene Familien zu. Strafverfahren gegen Demonstrierende sollen zurückgenommen werden. Auch über Reformen des Prüfungssystems will Indiens Regierung beraten.

Die Proteste hatten sich rasch über den Prüfungsskandal hinaus ausgeweitet. Viele junge Inder und Inderinnen beklagten Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftschancen. Die „Kakerlaken-Volkspartei“ war erst im Mai als satirische Internetbewegung entstanden, sie erreichte binnen weniger Tagen auf den sozialen Medien mehr Follower als die Regierungspartei BJP. Anlass waren Äußerungen des Obersten Richters Surya Kant über arbeitslose junge Aktivisten, die er „Kakerlaken“ nannte.

(diverse/asianews/pillarcatholic – gs)

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26. Juli 2026, 11:27