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Der Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia Der Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia 

Italien: Patriarch von Venedig fordert Kultur der Begleitung

Das Nachdenken, der Austausch und die Gesetzgebung zum Thema des Lebensendes dürfen nach Ansicht des Patriarchen von Venedig, Erzbischof Francesco Moraglia, nicht als Vorwand für die Einführung von Formen des assistierten Suizids dienen.

Eine solche Entwicklung sei inakzeptabel und würde komplexe wissenschaftliche, medizinische, gesundheitliche sowie insbesondere anthropologische und ethische Aspekte außer Acht lassen. Dies führte der Vorsitzende der Bischofskonferenz der norditalienischen Region Triveneto in einem Leitartikel für die Diözesanwochenzeitung „Gente Veneta“ aus.

Eine Öffnung für den assistierten Suizid bedeute die Verneinung der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens. Damit würde zugleich das gesellschaftliche Engagement einer Gemeinschaft für eine Kultur der Nähe, der Aufnahme und des Lebens infrage gestellt. Der Schutz des Lebens, insbesondere in Phasen der Verletzlichkeit, sei keine ausschließliche Aufgabe von Gläubigen, sondern ein gemeinsames Gut der Menschheit, das das Menschsein im Bewusstsein der Würde der Person auszeichne.

Ein Gesetz müsse bis zum Ende Nähe zum Ausdruck bringen, indem es Verantwortung für den Menschen und dessen Pflege trage. Dies gelte ganz besonders in der Phase des herannahenden Todes. Die Herbeiführung oder Vorverlegung des Todes sei dabei ebenso abzulehnen wie jede Form von therapeutischem Exzess oder das Verlassen von Patienten im medizinischen System. Moraglia hob hervor, dass niemand allein gelassen werden dürfe und kein Mensch ohne Beistand sterben sollte. Mehr als vor dem Sterben fürchte der Mensch die Einsamkeit und das Leiden.

(sir - mg)

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30. Juli 2026, 12:54