Mosambik: Priesterweihe im Zeichen des interreligiösen Dialogs
In seiner Ansprache bei der Priesterweihe von Diakon Faisal Jamal in der Pfarrei Maria, Hilfe der Christen, am 26. Juli sprach Bischof Juliasse über den familiären Hintergrund des Priesterkandidaten als lebendiges Zeugnis für die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Christen und Muslimen. „Faisal ist der Sohn eines muslimischen Vaters, Herrn Jamal, und einer katholischen Mutter, Frau Camuxina. In seiner eigenen Familiengeschichte, in seinem Blut und seiner Erziehung trägt Faisal tief in sich das Zeichen des interreligiösen Dialogs und des harmonischen Zusammenlebens dieser beiden Religionen“, sagte der Bischof.
Überzeugungen anderer respektieren
Nach Ansicht des Bischofs von Pemba zeigt die Erziehung des Priesterkandidaten, dass Menschen ihren eigenen Überzeugungen treu bleiben und zugleich die Überzeugungen anderer respektieren können. „Diese Harmonie, diese Fähigkeit, friedlich unter einem Dach zu leben und dabei Unterschiede zu respektieren, liegt im Herzen Gottes, denn was im Herzen Gottes herrscht, ist Liebe – Liebe“, sagte er.
In seiner Betrachtung über das Gleichnis vom ins Meer ausgeworfenen Netz sagte Bischof Juliasse, dass die Sendung der Kirche darin bestehe, alle Menschen ohne Unterschied aufzunehmen. „Das Netz der Kirche ist genau so; es wird ausgeworfen, um alle ohne Unterschied aufzunehmen. Die Kirche entscheidet nicht, dass diese Person ein Kind Gottes ist und eine andere nicht. Jeder wird von der Kirche aufgenommen“, sagte er.
Zusammenleben durch falsche Lehren, Hass und Spaltung bedroht
Der katholische Bischof, dessen Diözese sich in der vom Konflikt betroffenen Provinz Cabo Delgado in Mosambik befindet, warnte vor Lehren, die Religion manipulieren, um Feindseligkeit zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften zu schaffen. „Leider wird dieses Zusammenleben der Menschen heute durch falsche Lehren bedroht, die Hass und Spaltung unter denen verbreiten, die verschiedene Religionen bekennen“, sagte er.
Bischof Juliasse betonte dass Religion niemals zur Rechtfertigung von Spaltung benutzt werden dürfe. „Hass kommt nicht von Gott; er kommt von Ideologien, die Religionen manipulieren. Wir können sogar unter Katholiken Hass fördern, indem wir sagen: ‚Wenn du katholisch bist, darfst du keinen Umgang mit Muslimen haben.‘ Das ist keine Religion; das ist nicht das, was im Herzen Gottes ist“, sagte er.
Förderer des Dialogs
Der katholische Bischof ermutigte den neu geweihten Priester, ein Förderer des Dialogs und der Versöhnung zu werden. „Bitte Gott jeden Tag um ein weises und verständiges Herz – nicht, um größer als andere zu werden, sondern um geduldig zuhören, einfühlsam trösten und eine Brücke der Einheit sein zu können“, sagte er. Er forderte den Priesterkandidaten außerdem auf, aus den Erfahrungen seiner eigenen Familie Kraft für seinen Dienst in der Kirche zu schöpfen. „Nutze den Reichtum deiner Familiengeschichte, um ein aktiver Förderer von Dialog und Versöhnung zu werden. Gib der Welt das Zeugnis, dass es möglich ist, in Liebe und gegenseitigem Respekt zusammenzuleben“, sagte Bischof Juliasse.
(aciaafrica - sc)
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