Nigeria: Entführte Schüler im Südwesten befreit
Nach offiziellen Angaben wurden alle Geiseln aus der Region Orire unverletzt gerettet. Im Zuge der Militäroperation wurden mehrere der mutmaßlichen Entführer getötet sowie acht weitere Personen festgenommen. Der Südwesten Nigerias galt im Vergleich zu den nördlichen Regionen des Landes lange Zeit als stabil. Die Entführung in den landwirtschaftlich geprägten Gemeinden Esiele und Yawota am Rande des Old-Oyo-Nationalparks hatte landesweit zu Protesten und Streiks der Lehrerschaft geführt. Der Vorfall schürt in der Bevölkerung die Sorge vor einer geografischen Ausweitung der dschihadistischen Aktivitäten.
Parallel zu diesem Erfolg im Südwesten dauern die militärischen Auseinandersetzungen in anderen Landesteilen an. Im nordwestlichen Bundesstaat Zamfara wurden bei einer zweitägigen Operation der Armee im Bezirk Gummi mehr als 300 Angehörige bewaffneter Banden getötet. Der Informationskommissar des Bundesstaates, Mahmud Muhammad Dantawasa, bestätigte den Einsatz gegen die als „Banditen“ bezeichneten Gruppierungen, die primär durch Lösegelderpressungen und Viehdiebstahl agieren.
Immer stärkere Kooperation zwischen kriminellen Banden und dschihadistischen Netzwerken
Beobachter weisen auf eine zunehmende Kooperation zwischen kriminellen Banden und dschihadistischen Netzwerken hin. Letztere, darunter Boko Haram und der Islamische Staat in der Westafrikanischen Provinz (ISWAP), operieren seit Jahren im Nordosten des Landes. Die Gruppierungen terrorisieren die ländliche Bevölkerung durch Überfälle und das Erheben illegaler Steuern auf den Zugang zu landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zur Unterstützung der nigerianischen Streitkräfte wurden in den vergangenen Monaten auch Luftschläge unter Beteiligung der Vereinigten Staaten durchgeführt, um Stellungen der dschihadistischen Kämpfer im Nordosten zu schwächen.
(vatican news - mg)
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