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Monsun-Regen in Lahore im Juli 2026 Monsun-Regen in Lahore im Juli 2026  (ANSA)

Pakistan: Ohne Religionsdialog geht es nicht

Im Erzbistum Lahore ist interreligiöser Dialog „keine Option, sondern eine Notwendigkeit“. Das hat der Erzbischof der ältesten und bedeutendsten katholischen Gemeinschaft des Landes gegenüber Fides hervorgehoben. Er setzt auf Dialog und Kooperation, um die Lage der Christen und anderer Minderheiten zu verbessern.

Der Kapuziner Khalil Rehmat OFM Cap steht einer halben Million Katholikinnen und Katholiken vor, die in der überwiegend islamisch geprägten Millionenmetropole Lahore leben. Dort wohnen insgesamt rund 33 Millionen Menschen. Die christliche Präsenz in Lahore, das auch als „Mutterdiözese“ des Punjab bezeichnet wird, geht auf die Jesuitenmissionen des 16. Jahrhunderts zurück und wurde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich durch das Wirken der Kapuziner geprägt, die der Erzdiözese seit 1888 vorstehen.

Das franziskanische Zeugnis gewinne in Pakistan eine konkrete und entscheidende Bedeutung, sagte der Erzbischof von Lahore gegenüber dem vatikanischen Pressedienst Fides. „Der interreligiöse Dialog ist für uns keine Option. Er ist eine Notwendigkeit, er ist unser Bedürfnis“, bekräftigte der Kapuziner und erinnerte an das Beispiel des heiligen Franziskus, der den Sultan besuchte und mit ihm ins Gespräch trat. In einem Land, in dem Christen eine kleine Minderheit sind, bedeute der Aufbau von Vertrauensbeziehungen zur muslimischen Mehrheit im Alltag, zum Zusammenleben der gesamten Gesellschaft beizutragen, so der Ordensmann.

Schwierige Lage religiöser Minderheiten

Christen sind in Pakistan weiterhin sozialer und wirtschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt und den Folgen des Missbrauchs der Blasphemiegesetze sowie Zwangskonvertierungen und Zwangsheiraten nahezu schutzlos ausgeliefert. Besonders betroffen sind Mädchen aus religiösen Minderheiten. Hinzu kommen Armut, Analphabetismus und die Notwendigkeit, rund um Kirchen und christliche Wohnviertel strenge Sicherheitsmaßnahmen aufrechtzuerhalten.

Angesichts dieser Herausforderungen setzt der Erzbischof auf die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und allen Menschen guten Willens in dem muslimisch geprägten Land. „Deshalb arbeiten wir eng mit den muslimischen Führern zusammen, die unsere Brüder sind, sowie mit den staatlichen Institutionen. Dies ist unsere Heimat, dies ist unser Land. Wir glauben, dass sich die Lage schrittweise verbessern kann, wenn wir diese Probleme gemeinsam angehen – gerade dank des Geistes der Zusammenarbeit, der dem Gemeinwohl dient.“

Gegenüber Fides zeigte sich der Erzbischof von Lahore zuversichtlich, dass staatliche Institutionen, Politiker, soziale Organisationen, islamische Religionsführer „und viele einfache Menschen“ in Pakistan die Christen auf diesem Weg unterstützen werden.

(fides – pr)

 

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10. Juli 2026, 15:50