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In den Slums und Elendsvierteln Manilas leben schätzungsweise vier Millionen Menschen (Archivfoto) In den Slums und Elendsvierteln Manilas leben schätzungsweise vier Millionen Menschen (Archivfoto)  (ANSA)

Philippinen: Hilfe für die Unsichtbaren

Schätzungsweise vier Millionen Menschen leben in den Elendsvierteln Manilas. Einige Priester und Ordensleute teilen ihr Leben und versuchen, ihnen konkrete Hilfe und Hoffnung zu bieten.

Insgesamt leben in der Hauptstadt der Philippinen 14 Millionen Menschen; damit zählt sie den Städten mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Welt. Unter Arkaden, auf öffentlichen Plätzen oder selbst im Finanzviertel leben die sogenannten „Squatter“, Menschen ohne festen Wohnsitz. Ihre genaue Zahl ist nur schwer zu ermitteln,  Schätzungen zufolge sind es mehr als zwei Millionen.

Über 35 Prozent der Einwohner des Ballungsraums Manila leben in Slums oder Elendsvierteln. Die Bewohner schlagen sich als Tagelöhner oder mit Gelegenheitsjobs durch oder sind auf Sozialleistungen, etwa der Caritas, angewiesen. Im Laufe der Jahre hat sich das Phänomen der Hausbesetzungen ausgeweitet und zur Entstehung zahlreicher informeller Siedlungen und Slums geführt. Rund vier Millionen Menschen wohnen dort auf engstem Raum in provisorischen Unterkünften. Ursache für diese Entwicklung sind vor allem Landflucht und die fortschreitende Urbanisierung.

Stadt der Gegensätze

Besonders dramatisch ist die Lage im Bezirk Tondo sowie in den zu Symbolen der städtischen Armut auf den Philippinen gewordenen Gebieten Quezon City und Caloocan. Die von Soziologen als „Stadt der Gegensätze“ bezeichnete Metropole zeigt zwei Gesichter: auf der einen Seite ein rasant wachsender Wirtschaftsstandort mit Luxushotels und Wolkenkratzern, auf der anderen Seite eine zunehmende städtische Armut und akute Wohnungsnot.

Viele Menschen in Manila verdienen täglich lediglich zwischen zwei und vier US-Dollar – Arbeiter, Verkäufer, Fahrer, Dienstleister oder Tagelöhner. Zahlreiche Familien sind kaum in der Lage, ihren täglichen Lebensunterhalt zu bestreiten. Weil sie sich keine Mietwohnung leisten können, errichten sie Hütten entlang von Kanälen, in der Nähe von Eisenbahnstrecken, unter Brücken oder am Rand von Mülldeponien. Ohne Trinkwasser, Strom und sanitäre Einrichtungen leben sie dort unter der ständigen Gefahr von Überschwemmungen, Bränden oder Taifunen. Die schwierigen Lebensbedingungen führen zu einer hohen Unterernährungsrate bei Kindern. Zudem fällt es schwer, Jugendliche von Drogen und Kriminalität fernzuhalten.

Ein Funken Hoffnung

In der Slumsiedlung mit dem paradoxen Namen „Paradise Village“ am nördlichen Stadtrand von Manila versucht der Missionar Stefano Mosca ein wenig Hoffnung zu verbreiten. „Die Mission geht von der Eucharistie aus: Indem sie sich vom Leib Christi nähren, stärken sich die Gläubigen angesichts der Widrigkeiten des Lebens durch Glauben, Liebe und Hoffnung“, sagt der Missionar des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen (PIME).

Ein Großteil der Kinder in den Slums wird zu Hause geboren und trotz gesetzlicher Meldepflicht nicht registriert. Das führt dazu, dass viele Slumbewohner ohne Ausweispapiere, ohne rechtlich anerkannte Identität und damit praktisch „unsichtbar“ bleiben. Ohne Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen können sie allerdings keine Schule besuchen und ihre grundlegenden Rechte nicht wahrnehmen. Die Kirche unterstützt die betroffenen Familien dabei, aus der Unsichtbarkeit herauszukommen. Die Missionare helfen ihnen, von den Behörden offizielle Dokumente für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu erhalten. Dadurch erhalten sie Zugang zu Sozialleistungen, Bildung, Arbeit und sogar zum Wahlrecht. Pater Victor Sandoval, ein mexikanischer Missionar, der in den Slums von Caloocan arbeitet, sagt den Bewohnern der Elendsviertel: „Ihr seid wertvoll, ihr seid Kinder Gottes und besitzt eine unveräußerliche Würde. Wir wollen euch helfen, diese zu erkennen.“

(vatican news – sc)

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11. Juli 2026, 10:46