Teilnehmer der Pilgerreise zu Ehren des hl. Stanislaus Kostka Teilnehmer der Pilgerreise zu Ehren des hl. Stanislaus Kostka 

Deutsche Pfarreien heißen polnische Pilger willkommen

Die Offenheit der deutschen Pfarrgemeinden, das Zeugnis einer lebendigen Kirche und das Gebet um neue Berufungen: Das sind die wichtigsten Erfahrungen der Teilnehmer der dritten Etappe der Staffelpilgerreise von Wien nach Rom auf den Spuren des heiligen Stanislaus Kostka. Im Gespräch mit Vatican News betonen sie, dass dieser Weg nicht nur ein Glaubenszeugnis war, sondern auch eine Gelegenheit, Brücken zwischen der Kirche in Polen und Deutschland zu bauen.

P. Łukasz Bankowski – Vatikanstadt

Die dritte Woche der Pilgerreise führte durch Bayern. Für die Organisation dieses Abschnitts war P. Tomasz Wołoszynowski aus der Diözese Bydgoszcz verantwortlich, der seit vielen Jahren in der Polnischen Katholischen Mission im Saarland tätig ist.

Wie er Vatican News berichtet, war er bereits während der Vorbereitungen tief bewegt von der Herzlichkeit, mit der die deutschen Pfarrgemeinden die Idee der Pilgerreise aufnahmen. Viele Pfarrer hörten zum ersten Mal vom heiligen Stanislaus Kostka, andere – insbesondere in der Diözese Augsburg – griffen die Initiative sofort mit großer Begeisterung auf. Besondere Unterstützung erhielt die Pilgergruppe vom Augsburger Bischof, der sie unter seinen pastoralen Schutz stellte.

Die Staffelpilgerreise von Wien nach Rom findet anlässlich des 300. Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Stanislaus Kostka statt
Die Staffelpilgerreise von Wien nach Rom findet anlässlich des 300. Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Stanislaus Kostka statt

Das Gebet um Berufungen erhält eine neue Bedeutung

P. Wołoszynowski erzählt, dass ihn schon bei den Vorbereitungen der spürbare Priestermangel in Deutschland beeindruckte. In vielen Orten konnten die Pilger keinen Pfarrer antreffen, weil heute ein Priester mehrere zusammengeschlossene Pfarreien betreut. „Dadurch wurde uns noch deutlicher bewusst, wie notwendig das Gebet um neue Berufungen ist“, sagt der Priester.

Glaubenszeugnis auf deutschen Straßen

Die Pilger begannen ihren Weg im Marienwallfahrtsort Altötting, der oft als „deutsches Tschenstochau“ bezeichnet wird. Obwohl der erste Tag von starkem Regen geprägt war, verliefen die weiteren Etappen bei günstigen Wetterbedingungen. Die Gruppe, erkennbar an Soutanen und Pilger-T-Shirts, weckte überall das Interesse der Menschen. Sie verteilte Gebetsbildchen des heiligen Stanislaus Kostka und erzählte von dem jungen Heiligen, der im 16. Jahrhundert zu Fuß von Wien nach Rom ging, um seiner Berufung zu folgen.

„Viele konnten kaum glauben, dass wir tatsächlich nach Rom unterwegs sind. Diese Gespräche wurden zu einer Gelegenheit, unseren Glauben zu bezeugen und vom heiligen Stanislaus zu erzählen“, betont P. Wołoszynowski.

Ein Eindruck von der Pilgerfahrt
Ein Eindruck von der Pilgerfahrt

Die Kirche in Deutschland lebt

Der Priester unterstreicht, dass die Pilgerreise geholfen habe, viele Vorurteile über die Kirche in Deutschland zu überwinden. „Deutschland ist kein Land, das Gott fernsteht. Besonders in Bayern ist der Glaube – vor allem außerhalb der großen Städte – nach wie vor sehr lebendig. Die gemeinsame Feier der Eucharistie mit den deutschen Gläubigen war für mich eines der schönsten Erlebnisse dieser Pilgerreise“, sagt er.

Auf den Spuren des heiligen Stanislaus Kostka

An der Pilgerreise nahm auch P. Łukasz Krzewiński aus der Diözese Bydgoszcz teil. Wie er erzählt, kam die Einladung für ihn überraschend. Dennoch entschloss er sich, mitzugehen – vor allem wegen der Gebetsintention um neue Berufungen. Besonders beeindruckten ihn die Entschlossenheit des heiligen Stanislaus Kostka sowie die Gestalt des heiligen Petrus Canisius, der das geistliche Potenzial des jungen Jesuiten erkannte.

„Auch wir haben heute die Aufgabe, das Gute und das Potenzial zu erkennen, das Gott jungen Menschen geschenkt hat“, betont er.

Laien als Inspiration für die Kirche

P. Krzewiński hebt außerdem das große Engagement der deutschen Laien in den Pfarrgemeinden hervor.
„Trotz der Berufungskrise kümmern sich die Laien mit großer Hingabe um ihre Gemeinden. Diese Erfahrung kann auch für die Kirche in Polen eine wertvolle Inspiration sein“, erklärt er.

Während der gesamten Pilgerreise trugen die Teilnehmer die Gebetsanliegen vieler Menschen mit sich, insbesondere die Bitte um neue Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben.

Die Teilnehmer beten um neue Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben und machen den Schutzpatron der Jugend und der Berufungen bekannt
Die Teilnehmer beten um neue Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben und machen den Schutzpatron der Jugend und der Berufungen bekannt

Die Polonia betet um Berufungen

An der Pilgerreise nahm auch Katarzyna Piątek aus der Polnischen Katholischen Mission im Saarland teil. Wie sie betont, war die dritte Etappe von Altötting nach Augsburg für sie eine Zeit der Stille, des Vertrauens auf Gott und der Stärkung ihrer eigenen Berufung. „Ich trug die Anliegen der gesamten Polonia in Deutschland in meinem Herzen, besonders das Gebet um neue Priester- und Ordensberufungen in diesem Land. Gleichzeitig betete ich um Klarheit und Festigung meiner eigenen Berufung“, erzählt sie Vatican News.

Obwohl Katarzyna in Deutschland aufgewachsen ist, war die Polnische Katholische Mission stets der Ort, an dem ihr Glaube gewachsen ist. Deshalb liegen ihr die Zukunft der Kirche und neue Berufungen in Deutschland besonders am Herzen.

Jeder Schritt erinnerte mich daran, Jesus zu folgen

Katarzyna gibt zu, dass der Beginn der Pilgerreise nicht einfach war. Gerade die Mühen des Weges machten ihr jedoch bewusst, dass jede Berufung Mut verlangt – den Mut, Vertrautes hinter sich zu lassen und Gott zu vertrauen.

„Jeder Schritt erinnerte mich daran, dass es sich lohnt, Jesus zu folgen – auch wenn der Weg anspruchsvoll ist“, sagt sie.
Auf den Wegen, die schon der heilige Stanislaus Kostka gegangen war, dachte sie oft an die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen, denen der Heilige begegnete. Dieselbe Offenheit hätten auch die heutigen Pilger erfahren.

„Wir trafen Menschen, die uns ihre Herzen öffneten und uns baten, für sie zu beten. Das waren wirklich außergewöhnliche Begegnungen“, erzählt sie. Am Ende der Pilgerreise bleibt vor allem große Dankbarkeit.

„Ich glaube, dass Gott uns auf Wege führt, die wir selbst vielleicht nie gewählt hätten. Gerade dort stärkt er uns, begegnet uns und lässt uns seine Gegenwart erfahren“, fügt sie hinzu.

Hintergrund

Die Staffelpilgerreise von Wien nach Rom findet anlässlich des 300. Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Stanislaus Kostka statt. Die Teilnehmer beten um neue Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben und machen den Schutzpatron der Jugend und der Berufungen bekannt, der vor Jahrhunderten einen ähnlichen Weg gegangen ist, um dem Ruf Gottes zu folgen.

(vaticannews - skr)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

26. Juli 2026, 13:27