Sudan: Cholera-Epidemie verschärft die humanitäre Krise
Mario Galgano - Vatikanstadt
Die Lage stellt sich in El-Obeid im Bundesstaat Nord-Kordofan als schwierig dar. Dort führen anhaltende Gefechte und der Einsatz von Drohnen zu Einschränkungen beim Zugang für humanitäre Hilfslieferungen, was das medizinische System vor erhebliche Herausforderungen stellt. Nach Angaben der WHO liegt die Sterblichkeitsrate bei diesem Ausbruch bei 13,7 Prozent, was die Organisation als „extrem hoch“ eingestuft hat.
Der Sudan verzeichnet gegenwärtig den quantitativ größten humanitären Notfall weltweit. Mehr als 33 Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen, wovon 21 Millionen eine medizinische Versorgung benötigen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe im April 2023 wurden mindestens 59.000 Todesopfer dokumentiert. Die Zahl der Vertriebenen beläuft sich auf 13,4 Millionen Personen, von denen sich rund 9 Millionen innerhalb der Landesgrenzen aufhalten, während 4,6 Millionen in die Nachbarstaaten geflohen sind.
Neben der Cholera breiten sich im Land zeitgleich weitere Infektionskrankheiten wie das Dengue-Fieber, Malaria, Meningitis, Hepatitis E und Masern aus. Die WHO hat medizinische Hilfsgüter in die am stärksten betroffenen Regionen transportiert, betont jedoch, dass die vorhandenen Mittel zur Deckung des Bedarfs unzureichend sind. Vor diesem Hintergrund fordert die Sonderorganisation der Vereinten Nationen die internationalen Partner dazu auf, einen sicheren humanitären Zugang zu gewährleisten und zusätzliche Ressourcen bereitzustellen, um die Bevölkerung zu versorgen, weitere Infektionswellen einzudämmen und den Schutz von Frauen und Kindern zu verbessern.
(sir)
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