Südsudan: Friedensappell zum Unabhängigkeitstag
Die Freude über einen weiteren Jahrestag sei überschattet vom Leid, das die Gemeinden weiterhin verwunde, heißt es in der Aussendung vom Donnerstag, die sich auf die drei Landkreise von Greater Tonj im Bundesstaat Warrap bezieht. Gewalt habe in den letzten Tagen „erneut wertvolle Menschenleben“ und Verletzte gefordert. Im Bezirk Tonj North verbreite sich Angst unter den Familien, der Landkreis Tonj East leide gleichermaßen stark unter der unsicheren Lage. Auch im dritten Landkreis Tonj South bestehe Sorge über ständige Gewalt und es herrsche Not.
Angriffe auf Kirchenvertreter
Bischof Carlassare und die weiteren Unterzeichner zeigen sich zudem „zutiefst besorgt“ über die Angriffe auf Geistliche. So seien „erst vor wenigen Tagen ein Katechet und ein Comboni-Scholastiker, die auf dem Weg zu ihrem pastoralen Dienst waren, von bewaffneten Männern bedroht“ worden. Sie seien unverletzt entkommen, aber es „zeigen solche Vorfälle, wie Angst das Vertrauen verdrängt und Gewalt an die Stelle des Dialoges tritt“.
Alle Menschen guten Willens – „junge Menschen, Familien, Älteste, Gemeindevorsteher, staatliche Behörden“ werden in der Aussendung dazu aufgerufen, der Gewalt zu widerstehen, sich für den Schutz jedes menschlichen Lebens einzusetzen und „sich für Dialog und Versöhnung zu entscheiden“. Außerdem rufen die Kirchenvertreter die Behörden zur Garantie von Sicherheit und Gerechtigkeit und zum Schutz unschuldiger Zivilisten auf. Die „Söhne und Töchter Warraps“ fordert das Schreiben auf, „Botschafter der Einheit“ statt der Spaltung zu werden - Frieden läge in der Verantwortung eines jeden.
Weiter heißt es, dass die Gewalt das Gebet und das Gemeinschaftsleben der katholischen Missionen der Diözese Rumbek beeinträchtige. Die Missionswerke, welche zur Verkündigung des Evangeliums da seien, benötigten Unterstützung und das Engagement aller Christen und Menschen guten Willens.
Versöhnung stärker als Rache
Die Botschaft endet mit dem Aufruf, den Unabhängigkeitstag dazu zu nutzen, das gemeinsame Engagement zu erneuern und eine Nation aufzubauen, „in der jedes Kind ohne Angst aufwachsen kann, jede Familie in Sicherheit leben kann und jede Gemeinschaft zu einem Ort der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Friedens wird“. „Als Pastoren weigern wir uns, der Verzweiflung nachzugeben. Wir glauben, dass Versöhnung stärker ist als Rache, Dialog stärker als Gewalt und Hoffnung stärker als Angst.“
Der Friedensappell schließt mit der Anrufung Mariens, der Königin des Friedens, den gesamten Südsudan mit dauerhaftem Frieden zu segnen.
(pm - sc)
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