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Der erste christlich-konfuzianische Dialog findet im Vorfeld des Weltjugendtag 2027 in Südkorea statt. (Archivbild) Der erste christlich-konfuzianische Dialog findet im Vorfeld des Weltjugendtag 2027 in Südkorea statt. (Archivbild) 

Südkorea: Erster christlich-konfuzianischer Dialog

Der Vatikan verstärkt seinen interreligiösen Dialog mit einer traditionsreichen asiatischen Denkschule: Anfang August findet in Südkorea erstmals eine internationale Konferenz zu den Beziehungen zwischen Christentum und Konfuzianismus statt.

Das vom Dikasterium für den Interreligiösen Dialog organisierte Treffen soll Wege aufzeigen, wie beide Traditionen gemeinsam zu einer menschlicheren und gerechteren Gesellschaft beitragen können, berichtet das katholische Nachrichtenportal UCA News.

Universale Geschwisterlichkeit

Unter dem Titel „Der Beitrag von Christentum und Konfuzianismus zu einer idealen Gesellschaft: Neuer Himmel, neue Erde und Große Einheit“ findet das Kolloquium vom 4. bis 5. August an der Sogang-Universität in Seoul statt. Mitveranstalter sind unter anderem die Katholische Bischofskonferenz und die Sogang- und Sungkyunkwan-Universität. Aus zwölf Ländern werden Wissenschaftler, Philosophen, Theologen und Geistliche erwartet. Der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, Kardinal George Jacob Koovakad, wird aller Voraussicht nach ebenfalls an dem Kolloquium teilnehmen. Der thematische Fokus liegt unter anderem auf universaler Geschwisterlichkeit, verantwortungsvoller Führung, einer ethischen Gesellschaftsordnung und ökologischer Verantwortung.

Die Veranstalter beabsichtigen, während der Begegnung die Verbindung zwischen der christlichen Vorstellung eines „neuen Himmels und einer neuen Erde“ aus der Offenbarung des Johannes und dem konfuzianischen Ideal der „Großen Einheit“ (Datong) herzustellen. Ziel sei es, gemeinsame Werte zu entdecken und den Austausch zwischen den beiden Traditionen zu vertiefen. Die Ergebnisse der Konferenz in Seoul sollen anschließend in der Zeitschrift "Acta Pro Dialogo" des vatikanischen Dikasteriums veröffentlicht werden.

Konfuzianismus versteht sich nicht als Religion im klassischen Sinn

Auf die Lehren des chinesischen Philosophen Konfuzius zurückgehend, legt der Konfuzianismus besonderen Wert auf moralische Selbstbildung, familiäre Verantwortung, Respekt gegenüber Vorfahren und harmonischen gesellschaftlichen Beziehungen. Anders als das Christentum versteht er sich nicht als Religion im klassischen Sinn, sondern vor allem als ethische und philosophische Tradition.

Bereits seit mehreren Jahren engagiert sich der Vatikan intensiver mit dem Dialog mit konfuzianisch geprägten Gemeinschaften. 2024 veranstaltete das Dikasterium gemeinsam mit der Fu-Jen-Universität in Taiwan eine Studiengruppe zur Entwicklung von Leitlinien für den christlich-konfuzianischen Austausch.

Ein weiterer Workshop zu Perspektiven in der Zusammenarbeit folgte 2025. Dabei betonte der Untersekretär des Dikasteriums, Pater Paulin Batairwa Kubuya, dass beide Traditionen als "Weisheitstraditionen" verstanden werden könnten. Die konfuzianische Betonung von Verantwortung, gutem gesellschaftlichen Verhalten und geordneten Zusammenleben weise Berührungspunkte mit christlichen Vorstellungen auf.

Brückenbau zwischen Kulturen und religiösen Traditionen

Der erste christlich-konfuzianische Dialog gilt als weiterer Schritt des Heiligen Stuhls, Brücken zwischen Kulturen und religiösen Traditionen zu bauen. Darüber hinaus findet er im Vorfeld des für August 2027 geplanten Besuchs von Papst Leo XVI. zum Weltjugendtag in Seoul, Südkorea statt.

(kap - sc)

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30. Juli 2026, 10:46