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Caritas der Zentralafrikanischen Republik: unterwegs für Vertriebene Caritas der Zentralafrikanischen Republik: unterwegs für Vertriebene 

Zentralafrika: Schutz, Wasser und Nahrung dringend gesucht

Bewaffnete Gruppen haben vor einem Monat im Nordosten der Zentralafrikanischen Republik gewütet, in Am Dafok, einem wichtigen Grenzposten zum Sudan. Die humanitäre Lage dort bleibt angespannt, sagte uns der örtliche Caritas-Direktor.

Über Am Dafok kamen seit Ausbruch des Krieges im Sudan 2023 Zehntausende Flüchtlinge in die Zentralafrikanische Republik. Dass auch dort keine Stabilität herrscht, wurde mit dem Angriff der bewaffneten Gruppe vom 30. Juni deutlich.

„Die humanitäre Lage in Am Dafok bleibt wirklich prekär und besorgniserregend“, sagte uns der Exekutivsekretär der Caritas Zentralafrikas, der Priester Alain Bienvenu Bangbanzi. „Dieses tragische Ereignis hat großes Leid in der Bevölkerung verursacht. Aus Angst vor einem neuen Angriff lebt sie in einem Vertriebenenlager am Rand der Minusca-Basis. Dort ist ein Gelände entstanden, auf dem die Bevölkerung vor großen Herausforderungen steht. Der Bedarf ist enorm, um ihr Leid zu lindern.“

Die Angreifer attackierten Stellungen der zentralafrikanischen Streitkräfte. Bei den Kämpfen starben Zivilisten und Soldaten. Die Angreifer zerstörten öffentliche Gebäude, plünderten oder verbrannten Häuser und stahlen Vorräte. Ein Teil der Bevölkerung floh nach Birao, ein anderer Teil versucht inzwischen zurückzukehren.

„Auch die Qualität des Wassers ist ein Problem“

Besonders dringend fehlen wetterfeste Unterkünfte, Lebensmittel, Trinkwasser und medizinische Hilfe. „Die Bedürfnisse und Herausforderungen betreffen die Lebensqualität, weil die Menschen unter Dächern aus Planen leben, die manchmal Löcher haben“, erklärte Bangbanzi. „Auch die Qualität des Wassers ist ein Problem. Es ist schwierig, Nahrung zu finden, um all diese Menschen zu versorgen. Hinzu kommen Bedürfnisse im Bereich der Gesundheit. All das führt dazu, dass die humanitäre Lage in Am Dafok wirklich prekär und besorgniserregend bleibt.“

Unter den Hilfsbedürftigen befinden sich Vertriebene aus Am Dafok und auch sudanesische Flüchtlinge. Caritas sieht zudem ein hohes Schutzrisiko für Frauen und Kinder. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen an solchen Orten manchmal Missbrauch oder sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind“, so der Caritasdirektor. „Deshalb muss auch in diesem Bereich gearbeitet werden, um diese Menschen in ihrer fragilen Lage zu schützen.“

Vorausschauende Hilfe 

Die Hilfe soll über die akute Versorgung hinausgehen. Rückkehrer brauchen Einkommensmöglichkeiten, Saatgut und landwirtschaftliche Geräte. „Damit diese Menschen sich wieder in die Gesellschaft eingliedern können, müssen sie Unterstützung für einkommensschaffende Tätigkeiten erhalten“, so Bangbanzi. „Sie sollen wenigstens einen Teil von dem zurückgewinnen können, was sie verloren haben, und die Bedürfnisse ihrer Familien decken. Die Zentralafrikanische Republik ist ein Agrarland, deshalb braucht es auch Hilfe mit Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten. Wer von der Landwirtschaft lebt, muss den Anbauzyklus wieder aufnehmen können.“


Caritas Zentralafrika arbeitet mit der Pfarrcaritas von Birao zusammen. Deren Mitarbeiter haben den Bedarf in Am Dafok erhoben; das nationale Büro in Bangui will die Daten für einen Nothilfeaufruf nutzen. Wegen der Entfernung und unsicherer Verkehrswege erreicht Hilfe die Region oft nur aus der Luft.

Für einen Einsatz fehlen der Organisation Material und Geld. „Caritas Zentralafrika verfügt über operative Kompetenzen, hat aber Schwierigkeiten bei den Mitteln“, erklärte Bangbanzi. „Wenn die Caritas eingreifen soll, brauchen wir materielle und finanzielle Unterstützung. Nur so können wir vor Ort tätig werden und auf einige der genannten Herausforderungen reagieren.“

Bangbanzi rief Behörden, Hilfswerke und internationale Partner zur Unterstützung auf. „Es gibt humanitäre Akteure, die helfen wollen, aber sie stoßen auf Schwierigkeiten bei der Fortbewegung“, sagte er. „Am Dafok liegt nicht gleich neben Bangui. Das geeignete Mittel ist deshalb der Luftweg. Die Sicherheitslage hat sich deutlich verbessert, auch wenn es noch einzelne Gebiete mit Problemen gibt. Im Osten bestehen weiterhin Sicherheitsrisiken.“

Das Interview führte Augustine Asta.

(vatican news – gs)

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29. Juli 2026, 12:59