Suche

Seit Anfang 2025 ist Kenscoff wiederholt Ziel von Angriffen krimineller Banden geworden Seit Anfang 2025 ist Kenscoff wiederholt Ziel von Angriffen krimineller Banden geworden 

Haiti: Erzbischof fordert Umdenken bei Abschiebungen

Nach dem jüngsten Bandenangriff mit mehr als 47 Toten und mindestens 50 Entführten fordert der Erzbischof von Miami die USA zum Umdenken auf. Die Rückführung Hunderttausender Haitianer in die von Gewalt geprägte Heimat verschärfe die humanitäre Krise.

Die jüngsten Gewaltausbrüche in dem Karibikstaat sollten die US-Regierung nach Ansicht von Erzbischof Thomas G. Wenski dazu bewegen, ihre Abschiebepolitik zu überdenken. Bei einem Angriff bewaffneter Bandenmitglieder auf das Dorf Kenscoff nahe der Hauptstadt Port-au-Prince am 23. August wurden mehr als 47 Menschen getötet und mindestens 50 entführt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen allein 22 Opfer in einem Kirchengebäude getötet worden sein, in dem sie Schutz gesucht hatten.

Haiti: Ein „brennendes Haus“

„Das zeigt, dass das Land nicht sicher ist“, sagte Wenski gegenüber OSV News. Haiti sei weiterhin „ein brennendes Haus“. Besonders besorgniserregend sei, dass der Angriff in einem vergleichsweise wohlhabenden Viertel stattgefunden habe. Die Banden breiteten ihren Einfluss zunehmend aus und terrorisierten die Bevölkerung.

Schutzstatus für Haitaner in den USA soll wegfallen

Wenski kritisiert vor diesem Hintergrund das Ende des sogenannten „Temporary Protected Status“ (TPS) für Haitianer in den USA. Mehr als 300.000 Menschen könnten dadurch ihren Abschiebeschutz verlieren. Der Schutzstatus war für Menschen aus Ländern vorgesehen, in denen Krieg, Naturkatastrophen oder andere schwere Krisen eine Rückkehr unzumutbar machen.

Der US Supreme Court hatte im Juni den Weg für die Beendigung des TPS für Haiti freigemacht. Anfang August bestätigte eine Bundesrichterin diese Entscheidung. Wenski plädiert nun für eine Verlängerung des Schutzes und verweist auf einen Gesetzentwurf im Senat, der TPS für Haiti bis Anfang 2029 verlängern würde.

Zustände wie im Wilden Westen

Die Folgen des Wegfalls seien bereits spürbar, warnt der Erzbischof. Ohne gültige Arbeitserlaubnis und häufig auch ohne Führerschein könnten Betroffene ihre Arbeitsplätze verlieren und ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr bestreiten. Auch Familien in Haiti würden unter den ausbleibenden Überweisungen leiden. Diese seien für viele Angehörige eine wichtige finanzielle Hilfe, etwa für den Schulbesuch der Kinder. Auch die katholische Kirche in Miami sei betroffen: Die Erzdiözese habe nach Wenskis Angaben rund 45 Menschen entlassen müssen, deren TPS und die damit verbundene Arbeitserlaubnis ausgelaufen seien.

Unterdessen verschärft sich die Sicherheitslage in Haiti weiter. Nach UN-Angaben wird Port-au-Prince fast vollständig von bewaffneten Banden kontrolliert. Wenski sprach von Zuständen wie im „Wilden Westen“. Dennoch müsse die Kirche ihre Arbeit fortsetzen, sagte er: „Und gerade jetzt erlebt Hait sehr schlechte Zeiten.“

(osv news - skr)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

27. August 2026, 11:06