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Die jüngsten Vorfälle in Westbengalen werfen Fragen über den Schutz religiöser Minderheiten in Indien auf. Die jüngsten Vorfälle in Westbengalen werfen Fragen über den Schutz religiöser Minderheiten in Indien auf.  (ANSA)

Indien: Drohungen gegen katholische Missionare

Im indischen Bundesstaat Westbengalen wächst die Sorge um die Sicherheit christlicher Einrichtungen. Nach mehreren Vorfällen gegen christliche Gemeinschaften ist nun auch die katholische Kirche der Claretiner in Nazat ins Visier einer radikalen hindu-nationalistischen Gruppe geraten. Ein Anführer der Gruppe soll dem zuständigen Priester ein Ultimatum von sieben Tagen gestellt und ihn aufgefordert haben, die Region zu verlassen.



Nach Angaben christlicher Organisationen drang die Gruppe in die Räumlichkeiten der Mission „Claret Premaloy“ ein und erhob Vorwürfe wegen angeblicher „Zwangsbekehrungen“ und ausländischer Finanzierungen. Der Anführer der Gruppe soll den Priester aufgefordert haben, die Gegend zu verlassen, andernfalls drohten „schwerwiegende Konsequenzen“.

Die christliche Organisation „Bangiya Christiya Pariseba“ (BCP) erstattete Anzeige und forderte von der Polizei sofortigen Schutz für die Missionare und die örtliche Gemeinde. 

Die Sicherheit aller Bürger gewährleisten

Der Bischof von Baruipur, Mons. Shyamal Bose, verurteilte die Angriffe scharf. Die Missionare würden Menschen unabhängig von Religion, Kaste oder Herkunft durch ihren Einsatz im Bereich Bildung und Gesundheitsversorgung dienen und verdienten Anerkennung statt Einschüchterung. Er forderte die Behörden auf, gegen die Verantwortlichen vorzugehen und die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten.

Der frühere Vorsitzende der „All India Catholic Union“, Eugene Gonsalves, betonte, dass Angriffe auf religiöse Einrichtungen und unbegründete Anschuldigungen gegen christliche Helfer nicht nur ein Angriff auf eine einzelne Gemeinschaft seien, sondern auch auf die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit in Indien. Er forderte eine umfassende Untersuchung wegen Hausfriedensbruchs, Einschüchterung und Bedrohung sowie einen wirksamen Schutz für die Missionare und die lokale christliche Bevölkerung.

Christen im Visier

Angriffe gegen Christen sind im indischen Bundesstaat Westbengalen nichts Neues: Mitte Juli hatten hindu-nationalistische Gruppen dort bereits die Salesianerinnen ins Visier genommen. Kurz darauf, am 31. Juli, bedrohte eine von einem selbsternannten Mönch angeführte Gruppe mit Verbindungen zu einer hinduistischen Organisation einen christlichen Pastor der „Grace Community Church“ in Sandeshkhali.

Die jüngsten Vorfälle in Westbengalen werfen erneut Fragen über den Schutz religiöser Minderheiten in Indien auf. Christliche Organisationen fordern von den staatlichen Stellen, die Religionsfreiheit zu verteidigen und sicherzustellen, dass keine Gruppe das Recht beansprucht, eigene Regeln über die Verfassung und das Gesetz zu stellen.

(asianews-skr)

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04. August 2026, 13:21