Kardinal Pizzaballa in Taybeh: „Christliche Präsenz schützen“
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem machte den Christen bei einer Messe zu Mariä Himmelfahrt in der lateinischen Kirche „Christus der Erlöser“ in Taybeh Mut. Der von einer militärischen Anordnung Israels betroffenen Gemeinde versicherte er Verbundenheit: „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um die kirchliche Präsenz hier und im gesamten Heiligen Land zu bewahren“, bekräftigte der Kardinal. Pizzaballa versicherte, er verfolge die Entwicklungen in Taybeh laufend im Austausch mit dem Gemeindepfarrer, Pater Bashar Fawadleh. Er betonte: „Euer Beispiel ist wichtig, damit wir inmitten dieser äußerst komplexen Situation weiterhin eine christliche Stimme sein können.“
Die Herzen schützen
Pizzaballa rief die die Christen dazu auf, auf ihren Glauben zu vertrauen und ihre Herzen vor Angst und Resignation zu bewahren: „Wir müssen von der Jungfrau Maria lernen, wie wir unsere Herzen schützen können, denn diese Situation kann sie vergiften. Und wenn unsere Herzen vergiftet werden, hat der Drache gewonnen“, so Pizzaballa am Marienfest mit Verweis auf die Tageslesung aus der Offenbarung des Johannes über die Frau und den Drachen. Der Patriarch: „Wir wollen eine Gemeinschaft bleiben, die Leben hervorbringt, ohne auf unsere Rechte – unser Recht auf Leben – zu verzichten oder sie aufzugeben. Seid also mutig. Habt keine Angst.“ Der christliche Glaube bestehe darin, auch an das zu glauben, was aus menschlicher Sicht unmöglich erscheine, erinnerte der Kardinal.
Die Gemeinde Taybeh östlich von Ramallah im Westjordanland ist von einer militärischen Anordnung Israels betroffen, durch die das Gebiet von Taybeh und Rimon zum „geschlossenen militärischen Sperrgebiet“ erklärt wurde. Damit ist das alltägliche Leben stark eingeschränkt. Gegenwärtig leben in Taybeh knapp 1.200 Menschen. Laut lokalen Angaben eskalieren zudem Übergriffe durch israelische Siedler, die in dem Gebiet vordringen. Viele Ortsansässige fürchten um ihre Zukunft.
Papst fordert Ende der Gewalt
Am Sonntag hatte Papst Leo beim Mittagsgebet an die Situation der palästinensischen Zivilbevölkerung erinnert und ein Ende der Gewalt gefordert. Die internationale Gemeinschaft rief er auf, sich verstärkt für eine Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.
(vatican news/sir – pr)
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