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Bild aus dem Wahlkampf von 2019: Ein Mann sucht seinen Namen in der ausgehängten Wählerliste Bild aus dem Wahlkampf von 2019: Ein Mann sucht seinen Namen in der ausgehängten Wählerliste  (AFP or licensors)

Nigeria: Appelle an die Nichtwähler

Mit Blick auf die Parlamentswahlen 2027 mehren sich die Aufrufe der Bischöfe an die Gläubigen, nicht gleichgültig zu bleiben, sondern sich aktiv an der Wahl zu beteiligen.


„Wir dürfen nicht schweigen angesichts der Dinge, die wirklich zählen; Politik betrifft nicht nur den Einzelnen“, erklärte Bischof Dauwa Yohanna von Kontagora, der einen Christenverband im Bundesstaat Niger leitet. Im Gespräch mit Journalisten forderte Yohanna die Christen auf, sich ihren Wahlausweis zu besorgen und sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen. Gar nicht zu wählen sei „kein Protest“, sondern „eine Kapitulation“. Wer nicht wähle, verliere das „Recht, sich zu beschweren“.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Nigeria, Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso von Kaduna, nannte die Wahlen im nächsten Jahr „vielleicht einen der entscheidendsten Momente in der Geschichte unseres Landes“. Diesmal steht mehr auf dem Spiel als sonst: „Wir befinden uns bereits an einem Punkt, an dem schlechte Führung zu Nachlässigkeit, mangelnder Verantwortlichkeit, wirtschaftlichem Rückschritt, religiösen Spannungen, Unsicherheit, Entführungen und unnötigen Todesfällen führt. Wir stehen kurz vor dem Zusammenbruch.“ Bei den Wahlen gehe es folglich darum, „unsere Situation nicht noch weiter zu verschlimmern“.

„Wer nicht wählt, hat hinterher kein Recht, sich zu beschweren“

Auch Erzbischof Ndagoso ist besorgt über das wachsende Desinteresse der Nigerianer an Wahlen. Unter Berufung auf Statistiken stellt er eine „zunehmende politische Apathie“ fest. Bei der letzten Wahl sei „der Präsident des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas von nur 9,41 Prozent der registrierten Wähler und lediglich 3,52 Prozent der Bevölkerung gewählt worden“. Er fürchte, dass sich der Trend bei den nächsten Wahlen fortsetze und „immer mehr Nigerianer das Interesse an Wahlen verlieren, weil sie überzeugt sind, dass ihre Stimme nichts mehr zählt“.

Erzbischof Ndagoso warnt, dass die Unzufriedenheit der Bürger zu Protesten führen könnte, insbesondere unter jungen Menschen, wie es beispielsweise im September letzten Jahres in Nepal der Fall war. „Ich bete, dass es nicht so weit kommt“, sagt er, aber um dies zu vermeiden, „müssen die Nigerianer den Mut finden, wählen zu gehen.“

(fides – sk)
 

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25. August 2026, 12:27