Suche

Ebola-Überwachungsteam im Kongo Ebola-Überwachungsteam im Kongo 

Ostkongo/D: Hilfswerk warnt vor Ausweitung der Ebola-Krise

Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo stellt nach Ausführung des katholischen Hilfswerks missio Aachen mehr als eine medizinische Notlage dar. Die Epidemie treffe auf eine durch Sicherheitsrisiken und wirtschaftliche Instabilität geprägte Lage im Land. Das Hilfswerk richtet vor diesem Hintergrund einen Appell an die Europäische Union und die Bundesregierung, langfristige Unterstützungsmaßnahmen bereitzustellen.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist die derzeitige Ausbreitungsgeschwindigkeit der Krankheit ein hohes Maß auf. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus verwies darauf, dass die Entwicklung das Ausmaß der Epidemie in Westafrika aus den Jahren 2014 bis 2016 erreichen könne. Im Kongo wurden nach WHO-Angaben zuletzt rund 4.400 Infektionen und mehr als 2.000 Todesfälle registriert.

Vor Ort tätige Akteure verweisen auf Mängel in den medizinischen Einrichtungen im östlichen Teil des Landes. Es mangelt an Schutzausrüstung, Ausrüstung zur Infektionskontrolle, Fachpersonal und standardisierten Abläufen für Verdachtsfälle. Zudem erschweren Falschinformationen und Vorbehalte in der Bevölkerung die Präventionsarbeit.

Einschränkungen

Die Situation wird durch Einschränkungen im Grenzverkehr, Preissteigerungen und Handelshemmnisse weiter belastet. Binnenvertriebene, einkommensschwache Haushalte sowie ältere und chronisch kranke Menschen sind von den wirtschaftlichen Folgen betroffen. Befürchtungen vor Stigmatisierung und Isolation führen dazu, dass Erkrankte medizinische Zentren teilweise meiden.

Missio fordert daher eine Verknüpfung von medizinischer Soforthilfe mit humanitären, sozialen und friedensfördernden Maßnahmen. Vorgeschlagen werden nachhaltige Investitionen in lokale Gesundheitsstrukturen, Personalschulungen, Aufklärungskampagnen und die Einbindung kirchlicher sowie regionaler Organisationen. Pressesprecher Johannes Seibel betont die Notwendigkeit, neben der Seuchenbekämpfung auch die Folgen von Vertreibung und Armut strukturell zu berücksichtigen.

(kna - mg)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

13. August 2026, 10:15