Vor dem Papstbesuch: Junge Gläubige und Nicht-Gläubige treffen sich in Assisi
Daniele Piccini und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Der Höhepunkt für alle ist natürlich die Begegnung mit Papst Leo XIV. am Donnerstag in der Basilika Santa Maria degli Angeli, im unteren Teil von Assisi, unweit des Bahnhofs.
„Am Morgen des 6. August wird der Heilige Vater recht früh eintreffen. Die Veranstaltung findet in Santa Maria degli Angeli statt, also unterhalb der Franziskus-Basilika in Assisi. In Santa Maria degli Angeli, der großen Basilika, in der auch die Portiunkula steht – jene kleine Kirche, die Franz von Assisi bewahrt hat, in der er gelebt hat, in der er den Orden der Minderbrüder gegründet hat und in der er gestorben ist. Um 8:45 Uhr findet auf dem Vorplatz der Basilika die Begegnung mit den Jugendlichen statt, bei der der Papst auf drei Fragen der Teilnehmer eingeht. Im Anschluss daran, ab 9:15 Uhr, ist im Kreuzgang des Konvents die Begrüßung von Vertretern der franziskanischen Ordensfamilie, der anwesenden Bischöfe sowie Mitgliedern des Nationalkomitees für den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi vorgesehen", berichtet der Franziskanerbruder Luca de Pasquale.
„Die Portiunkula ist sowohl für unsere franziskanische Familie als auch für das Jubiläum des Todes des Heiligen, das wir als franziskanische Familie gerade begehen, von besonderer Bedeutung", so der Ordensmann, der einer der Verantwortlichen für die Veranstaltung „GO! Franciscan Youth Meeting" ist. Der 38-jährige Minoritenbruder erklärt den vatikanischen Medien, dass sich etwa 2.150 Jugendliche direkt für die Veranstaltung angemeldet haben, die sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 33 Jahren richtet, Gläubige wie Nichtgläubige.
Auch Nicht-Gläubige eingeladen
„Einige haben wir gefragt: ,Warum kommt ihr?`, und verschiedene Jugendliche haben geantwortet: ,Weil wir etwas anderes machen wollen, gegen den Strom schwimmen und uns von Modetrends, Vorurteilen und der vielen Oberflächlichkeit abgrenzen wollen, die es heute leider gibt.` Und abgesehen davon, kommen sie, weil sie interessiert sind; die Mehrheit wird sicherlich aus gläubigen Jugendlichen bestehen."
Zugleich hofft der Franziskaner, dass auch all jene, die die Figur des heiligen Franz von Assisi angezogen hat, obwohl sie nicht gläubig sind, von dem Treffen bereichert werden:
„Zu sehen, wie Franziskus auch weiterhin Menschen über Glaubensgrenzen hinweg anzieht, hat uns ein wenig dazu bewegt, etwas zu wagen und uns jenen zur Verfügung zu stellen, die vielleicht bereit sind, einen Schritt über ihre Vorurteile hinaus zu machen, um sich den wichtigen Dingen des Lebens zuzuwenden und vielleicht dem Herrn zu begegnen. Wir wissen es nicht, das ist es, was wir hoffen, ohne jedoch irgendwelche Ansprüche zu stellen. Wenn es also gelänge, dass die Botschaft von Franziskus Menschen und Jugendliche aus ganz Europa anspricht und ihnen näher bringt - das wäre sicherlich das Schönste, was wir uns erhoffen können."
Workshops zu verschiedenen Themen
In verschiedenen Workshops befassen sich die Jugendlichen nun bis zum Papstbesuch beispielsweise mit den Themen Wirtschaft, Frieden und Schutz der Schöpfung, immer auch in Bezug zur Spiritualität Franz von Assisis.
„Sie werden an Workshops zu verschiedenen Themen teilnehmen, die auch auf der offiziellen Website www.goassisi.org eingesehen werden können, und dort werden sie nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv ihre Meinung äußern werden. Wir werden dann eine Art Zusammenfassung aus den Beiträgen der Jugendlichen erstellen, um eine Art Charta zu erarbeiten, die in den Gemeinschaften in Europa und darüber hinaus umgesetzt werden kann – denn wir haben festgestellt, dass unter den Teilnehmern auch Jugendliche sind, die über den europäischen Kontinent hinauskommen. Das Ganze gipfelt dann am Donnerstagvormittag in der Begegnung mit dem Papst."
Große Messe mit dem Papst in Santa Maria degli Angeli
Abschluss der Halbtagsvisite von Leo XIV. ist die große Messe mit Papst Leo XIV. um 10:30 Uhr in der Basilika Santa Maria degli Angeli. Zum Ende soll dem Papst auch die Charta überreicht werden, die bei den Workshops erarbeitet wurde. Bruder Luca de Pasquale betont im Interview mit Vatican News, wie wichtig es gerade für die jungen Leute sei, Aussagen zum Sinn des Lebens von jemandem zu erhalten, der – wie der Papst – in der Lage ist, Brücken zu schlagen zwischen den Jugendlichen und jenem erfüllten Leben, das sie nicht immer zu ergreifen vermögen. Und wie hilfreich es ist, auf ein Vorbild wie den heiligen Franziskus zu blicken, der zu den Jugendlichen von heute wie ein Zeitgenosse sprechen könne.
„Franz von Assisi fasziniert und zieht die Menschen an, und was an ihm so anziehend ist, ist seine Einfachheit und die Art, wie er das Leben der Jugendlichen anspricht, als wäre es sein eigenes, als wäre er ein Gleichaltriger. Und vor allem die Tatsache, dass er schon immer ein großer Träumer war und sich im Leben nie mit dem Erreichten zufrieden gegeben hat. Was viele junge Menschen fasziniert, ist auch die Tatsache, dass Franz von Assisi nicht an der Oberfläche stehen geblieben ist. Dass Franziskus sich die richtigen Fragen gestellt hat, die ihm dann geholfen haben, seinen Weg zu finden – den Weg, der ihn zu einem neuen Aufblühen im Leben geführt hat, nämlich zur Begegnung mit Gott."
(vatican news - sst)
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