Tansania: Inkulturation im Mittelpunkt des 2. Liturgiker-Kongresses
Françoise Niamien und Mario Galgano - Vatikanstadt
Rund einhundert Fachleute untersuchen während der Versammlung die geschichtlichen Grundlagen und die aktuelle Praxis der Gottesdienstfeier in Afrika. Ziel ist die Erarbeitung von Lösungsansätzen, die den örtlichen Traditionen und Herausforderungen entsprechen und sich zugleich an den Richtlinien des Lehramts der Kirche orientieren.
Pater Apollinaire Kouakou Adams, Dozent für Liturgiewissenschaft am Priesterseminar St. Paul in Abidjan-Kouté (Cîte d’Ivoire) und Mitglied der Vereinigung afrikanischer Liturgiker, erläutert im Gespräch mit den Vatikanmedien den Begriff der Inkulturation. Bezugnehmend auf Definitionen der Jesuiten Pedro Arrupe und Peter Schineller beschreibt er diesen Vorgang als ein Ineinandergreifen von Evangelium und Kultur. Es handle sich nicht um eine oberflächliche Anpassung, sondern um eine tiefere Durchdringung des Glaubens im jeweiligen kulturellen Kontext:
„Die Liturgie ist der Glaube der Kirche, der durch den Ritus gefeiert wird – als die Ausdrucksform, durch die die Kirche seit Jahrtausenden des einzigen Geheimnisses des Glaubens gedenkt: des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi. Doch dieser Glaube wird in einem Kontext gefeiert, in dem Menschen leben, in dem eine Kultur das Evangelium, das Wort Gottes, aufnimmt und integriert, in dem eine Kultur die Einladung Gottes annimmt und sich auf die Begegnung mit ihm einlässt, der jeden Menschen auffordert, ihn aufzunehmen.“
Vier wesentliche Elemente
Nach Aussage des Theologen beruht dieser Prozess auf vier wesentlichen Elementen: der Verwurzelung des Christentums in den verschiedenen Kulturen, der Erneuerung der Kulturen im Lichte des Evangeliums, der Durchdringung aller Bereiche des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens sowie dem Reifen der Ortskirchen:
„Die Liturgie im afrikanischen Kontext ist dieser Dialog, in dem die afrikanische Kultur als Weg dient, auf dem Gott jeden Einzelnen ganz konkret an seinem Lebensort erreicht. Hier geht es nicht um eine eigenständige afrikanische Liturgie, sondern um die christliche Liturgie, die im afrikanischen Sinne und im afrikanischen Geist gelebt wird. Es geht um Inkulturation. Und dieser zweite Kongress der afrikanischen Liturgiker zielt darauf ab, einen weiteren Schritt zur Verwurzelung des Glaubens auf der Grundlage des Begriffs der Inkulturation zu tun.“
Auf dem Programm des Kongresses stehen unter anderem die Analyse der Sakralarchitektur, der liturgischen Musik und der sakralen Kunst. Ferner soll die Ausbildung an den katholischen Universitäten und Instituten Afrikas in den Blick genommen werden, um eine umfassende Vermittlung von Geschichte und Theologie der Liturgie zu gewährleisten. Die Fachleute beabsichtigen, durch eine vertiefte Rezeption der kirchlichen Dokumente zur Abstimmung von bekanntem und gefeiertem Glauben in den Pfarrgemeinden beizutragen.
(vatican news)
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