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Deutscher Weltkirche-Bischof Meier auf Solidaritätsbesuch in Syrien

Um die Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit der christlichen Minderheit in Syrien zum Ausdruck bringen, ist der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bertram Meier (Augsburg), am Dienstagabend in Damaskus eingetroffen. Das gab die Bischofskonferenz in einer Aussendung vom Mittwoch bekannt.

Von Beirut ging es über den Landweg nach Syrien, wo sich Bischof Meier bis zum kommenden Freitag aufhalten wird. Rund ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Bashar al-Assad und der Machtübernahme durch die islamistische Hayat Tahrir al-Sham-Miliz (HTS) wolle sich Bischof Meier vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation machen, meldet die DBK. Zugleich bringe er „trotz aller Sicherheitsrisiken einer solchen Reise“ die Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit der christlichen Minderheit zum Ausdruck. Geplant seien in diesem Zusammenhang Gespräche mit Vertretern christlicher Kirchen, den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland und des Heiligen Stuhls sowie einer Ministerin aus dem Kabinett von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa. Neben Damaskus werde Bischof Meier auch die christlich geprägten Orte Saidnaya und Maalula besuchen, hieß es weiter.

Solidarität mit der christlichen Minderheit

„Im Mittelpunkt meiner Reise nach Syrien steht die Solidarität mit der christlichen Minderheit. Ich möchte ein Zeichen setzen, dass die syrischen Christinnen und Christen international nicht vergessen sind. Sie können auf die Unterstützung der katholischen Kirche in Deutschland zählen. Gerade jetzt, da Unsicherheit und Angst den Alltag vieler Menschen prägen, ist es mir wichtig, persönlich nach Syrien zu kommen“, so Bischof Meier zum Auftakt der Reise.

Ebenso wie andere religiöse Minderheiten gehörten Christen „seit fast zweitausend Jahren zu diesem Land“: „Angesichts der islamistischen Übergangsregierung, der anhaltenden Gewalt und mangelnder Perspektiven fühlen sie sich bedroht. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte sich die Auswanderung von Christen aus Syrien weiter verstärken. Es darf aber nicht dazu kommen, dass Syrien zu einem Land ohne Christen wird. Dies nämlich wäre ein immenser Schaden nicht nur für das arabische Christentum, sondern auch für die syrische Kultur und Gesellschaft.“

Unsichere Lage

Nach 13 Jahren blutigem Bürgerkrieg endete im Dezember 2024 abrupt die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans. Während vor dem Krieg noch etwa 1,5 Millionen Christinnen und Christen im Land lebten, wird ihre Zahl heute auf rund 300.000 geschätzt. So groß die anfängliche Erleichterung über den Sturz der Regierung auch war, wurde sie schnell von großen Sorgen überschattet – insbesondere bei den religiösen und ethnischen Minderheiten wie Christen, Drusen und Kurden. Massaker an der alawitischen Bevölkerungsgruppe sowie der Selbstmordanschlag auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche im vergangenen Jahr trugen maßgeblich zu einem verbreiteten Unsicherheitsgefühl bei. Die damals betroffene Kirche werde Bischof Meier in Damaskus besuchen und sich außerdem über die Arbeit der Caritas vor Ort informieren, informiert die DBK.

In einem Gespräch mit dem Geschäftsträger der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Damaskus, Botschafter Clemens Hach, habe sich Bischof Meier noch vor Beginn der Reise eine aktuelle Einordnung geben lassen. Botschafter Hach habe dabei auf den bislang pragmatischen Kurs der neuen Regierung unter Präsident al-Sharaa verwiesen, welche außenpolitisch auf Deeskalation und internationale Zusammenarbeit setze und das Land schrittweise stabilisieren wolle. Deutschland werde dabei als wichtiger Partner wahrgenommen – nicht zuletzt wegen der Aufnahme vieler syrischer Geflüchteter, der klaren Haltung gegenüber dem Assad-Regime und der frühen Gesprächsbereitschaft gegenüber der neuen Führung. Zugleich machte der Botschafter deutlich, dass sich dieser Kurs in konkreten Fortschritten bewähren müsse.

(pm - cs)

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11. Februar 2026, 09:44