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Bischof Joachim Wanke r.i.p. Bischof Joachim Wanke r.i.p. 

D: Altbischof Wanke verstorben

Der emeritierte Bischof von Erfurt, Joachim Wanke, ist tot. Er starb in der Nacht auf diesen Donnerstag mit 85 Jahren in Erfurt.

Wanke war eine der prägenden Gestalten der katholischen Kirche auf dem Gebiet der früheren DDR. Er leitete das kirchliche Territorium von Erfurt, das 1994 zum Bistum erhoben wurde, von 1981 bis 2012.

Wanke wurde 1941 in Breslau geboren; gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde seine Familie aus Schlesien vertrieben. 1966 wurde er zum Priester geweiht, von 1974 bis 1980 lehrte er neutestamentliche Exegese in Erfurt. 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof, ein Jahr später wurde er Apostolischer Administrator des damaligen Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen.

„Ankerpunkt in der kirchenfeindlichen Zeit der SED-Diktatur“

Zum Nachhören

Von Erfurt aus wurden Wankes Predigten und Wortmeldungen „für viele zu einem Ankerpunkt in der kirchenfeindlichen Zeit der SED-Diktatur“, wie das Bistum Erfurt an diesem Donnerstag auf seiner Internetseite formuliert. Mit der Errichtung des Bistums Erfurt am 8. Juli 1994 wurde er zum ersten Bischof des Bistums ernannt.

Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz erwarb sich Wanke große Verdienste im Bereich der Pastoralkommission, die er von 1998 bis 2010 als Vorsitzender leitete, sowie in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, deren Vorsitz er ebenfalls von 1995 bis 2001 wahrgenommen hatte. In beiden Bereichen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Außerdem lag ihm der Kontakt zur jüdischen Gemeinde in Thüringen sehr am Herzen.

Domberg in Erfurt
Domberg in Erfurt

Gastgeber von Benedikt XVI.

Zu einem Höhepunkt seiner Zeit als Bischof zählt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt und Etzelsbach am 23. und 24. September 2011. Dabei besuchte Papst Benedikt das Augustinerkloster, wo es zu einem wichtigen Treffen des Papstes mit der Leitung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) kam.

Von 2005 bis 2016 war Bischof Wanke wesentlich für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift engagiert (hier finden Sie ein Interview, das wir dazu vor zehn Jahren mit ihm geführt haben). Dem Schreiben der deutschen Bischöfe „Zeit zur Aussaat“ im Jahr 2000 wurde ein von ihm verfasster Brief eines Bischofs aus Ostdeutschland angefügt, der als Zeitzeugnis für das missionarische Engagement der Kirche in Deutschland gilt. Zum 1. Oktober 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen an. Soweit seine Kräfte es zuließen, übernahm er danach noch als emeritierter Bischof Aufgaben in der Diözese.

(vatican news – sk)
 

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12. März 2026, 09:56