Caritas Wien: Arbeitslosigkeit ist größtes Armutsrisiko
Eine Trendwende am Arbeitsmarkt sei „vorerst abgesagt", so das Fazit des Wiener Caritasdirektors. Derzeit sind rund 400.000 Menschen in Österreich arbeitslos oder in Schulungsmaßnahmen.
Politik gefordert
„Ich glaube, dass es wichtig ist, immer wieder in den Blick zu rücken, dass Arbeitslosigkeit und Armut leider viel zu oft Hand in Hand gehen. Das haben auch die gestern veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria der EU Statistik sehr deutlich gezeigt, wo es ja leider wieder einen Anstieg der Ausgrenzung und armutsgefährdet den Menschen gab und gibt. Und hier braucht es entsprechende Aufmerksamkeit der Bundesregierung", fordert der Wiener Caritas-Direktor.
Besonders schwer sei die Arbeitssuche aktuell für Langzeitarbeitslose, ältere und junge Menschen am Beginn ihres Berufswegs. Ziel müsse sein, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen:
Doppelbudget nutzen
Kritisch sieht die Caritas den budgetären Sparkurs bei gleichbleibend hohem Bedarf. Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik seien zuletzt teilweise gekürzt und nicht valorisiert worden. Mit Blick auf das geplante Doppelbudget fordert die Hilfsorganisation daher eine Aufstockung der Mittel, den Ausbau eines dauerhaften zweiten Arbeitsmarktes für Langzeitarbeitslose, flexiblere Zuverdienstmöglichkeiten sowie eine Reform des Arbeitslosengeldes. Dieses liege im internationalen Vergleich niedrig und schütze viele Betroffene nicht ausreichend vor Armut. Schwertner erinnerte jedoch auch an positive Maßnahmen der Bundesregierung:
Arbeits- und Sozialministerin Schumann: Staat darf sich nicht zurückziehen
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann verwies bei der Eröffnung der Caritas-Jobmeile auf bestehende Maßnahmen wie den Energie-Sozialtarif oder den verlängerten Wohnschirm. „Wenn der Druck steigt, darf sich der Staat nicht zurückziehen", so die Politikerin. Arbeit bedeute zudem nicht nur Einkommen, sondern auch „Würde, Teilhabe und Anerkennung". Ziel müsse daher sein, insbesondere benachteiligten Gruppen neue Chancen und Perspektiven zu eröffnen. Dafür benötigten die Betroffenen jedoch auch faire Chancen und reale Perspektiven. Auch Schumann verwies auf die schwierige Situation von älteren Arbeitssuchenden sowie langzeitarbeitslosen Menschen und jenen, die nicht am Transformationsprozess des Arbeitsmarktes mithalten können. „Niemand soll durch den Wandel zurückgelassen werden", so die Ministerin.
(kap - sst)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.