Suche

Menschen mit Behinderung Menschen mit Behinderung  (ANSA)

D: Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gefordert

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai 2026 erinnert die Deutsche Bischofskonferenz an die unantastbare Würde jedes Einzelnen. Seit über drei Jahrzehnten wird an diesem Tag europaweit für die Rechte von Menschen mit Behinderungen protestiert, um auf strukturelle Benachteiligungen hinzuweisen.

Im Jahr 2026 steht der Aktionstag unter der zentralen Botschaft, dass Menschenrechte nicht verhandelbar sind. Obwohl das Recht auf Teilhabe in der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verankert ist, berichten Betroffene weiterhin von Hindernissen im Alltag. Dazu zählen insbesondere eine lückenhafte Barrierefreiheit sowie Verzögerungen bei der Bereitstellung von Assistenzleistungen und notwendigen Unterstützungen, die den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt erschweren.

Ein aktueller Schwerpunkt der Debatte liege auf dem finanziellen Rahmen dieser Leistungen, teilt die Deutsche Bischofskonferenz an diesem Montag mit. Die notwendigen Hilfen stehen vermehrt unter wirtschaftlichem Druck, wobei Diskussionen über Einsparungen häufig den Eindruck vermitteln, Teilhabeleistungen seien eine optionale Leistung.

Reinhard Hauke, der als Weihbischof von Erfurt und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für inklusive Pastoral zuständig ist, betont hierzu, dass Teilhabe ein grundlegendes Recht darstellt. Er äußert den Wunsch, die einseitige Konzentration auf die Kosten zu beenden. Stattdessen sei eine sachliche Analyse der Ursachen für Kostensteigerungen notwendig, die sich strikt an der Menschenwürde und den Menschenrechten orientiere.

Christliche Perspektive

Aus christlicher Perspektive wird die Geltung der Menschenwürde für jeden Einzelnen als Ableitung aus der Gottebenbildlichkeit des Menschen begründet. Weihbischof Reinhard Hauke führt dazu aus: „Allen Menschen gilt uneingeschränkt die Menschenwürde. Aus dieser Würde erwachsen die fundamentalen Menschenrechte. Diese dürfen daher nicht zur Verhandlungsmasse werden und ihre Umsetzung muss uneingeschränkt möglich sein.“ Nach Auffassung der Deutschen Bischofskonferenz tragen nicht nur politische Entscheidungsträger die Verantwortung für gesellschaftliche Veränderungen, sondern jede Person im persönlichen Umfeld.

Der Aktionstag soll dazu dienen, den Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu fördern und Informationen über die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen zu verbreiten. Der Austausch und das Kennenlernen neuer Perspektiven werden als Voraussetzung angesehen, um Prozesse der Inklusion gemeinsam zu gestalten. Als Orientierung dient dabei das biblische Vorbild Jesu, der die Solidarität mit Personen am Rand der Gesellschaft suchte.

Die Deutsche Bischofskonferenz lädt dazu ein, den Protesttag für eine verstärkte Auseinandersetzung mit diesen Themen zu nutzen und die Vielfalt als Wert für die gesamte Gesellschaft anzuerkennen.

(pm/dbk - mg)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

04. Mai 2026, 11:32