D: Katholikentag in Würzburg beendet
In seiner Predigt hob der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, die Spannung zwischen Weltgeschehen und unserer Lebenswirklichkeit hervor: „Die Welt brennt! Einer von den vielen Brandherden ist der Sudan. Im Sudan erleben wir derzeit die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit. (…) Und wir? Wir stehen hier in Würzburg. Sicher. Erfüllt von den Begegnungen der vergangenen Tage. Aber die Welt brennt – und wir sind Teil dieser Welt. Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen!“
Dieser eindringliche Blick auf die Wirklichkeit erhalte im Evangelium nach Johannes eine geistliche Vertiefung. Mit den Worten Jesu „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart …“ (Joh 17,6) erinnerte Bischof Wilmer daran, dass der Name Gottes in seiner hebräischen Bedeutung ausdrückt: „Ich bin für Euch da.“ In Jesus Christus werde diese Zusage konkret sichtbar: „Jesus steht für Versöhnung, Miteinander, Frieden. Der Name Gottes hat Gewicht, ist Dichte, ist Gegenwart. Ich bin da – für euch! Diese Zusage schenkt uns die Energie des Handelns.“ Aus dieser göttlichen Zusage erwachse der Auftrag zum entschlossenen Handeln. Bischof Wilmer knüpfte dabei an das Leitwort des Katholikentages an: „Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen, sondern: ‚Hab nur Mut, steh auf!‘ (Mk 10,49). Wir sind nicht geboren, um zu verzweifeln. Wir sind geboren, um zu handeln; Brandherde zu löschen; Frieden zu stiften.“
Zugleich betonte Bischof Wilmer, dass es allen Krisen zum Trotz auch Grund zur Hoffnung gebe. „Eine Kirche, die hinausgeht, die Brandherde löschen will, wird vielleicht müde, vielleicht angegriffen, vielleicht missverstanden – aber sie wird leuchten.“ Als aktuelles Beispiel nannte er Papst Leo XIV., den er als „unerschrockenen Anwalt des Friedens“ bezeichnete. Auch wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen. Denn, so Bischof Wilmer: „Christsein heißt: sich nicht einschüchtern lassen. Christsein heißt: Gottes Friedensliebe aufleuchten lassen.“ Die Welt brenne, aber sie sei nicht verloren. Denn Gott schenke uns Kraft, Geduld und Ausdauer, so Bischof Wilmer. Deshalb appellierte er eindringlich: „Also: Wartet nicht. Zögert nicht. Schaut hin. Packt an. Geht los. Hab Mut, steh auf!“
Unmittelbar vor dem Schlusssegen griff Bischof Wilmer diese Botschaft in einem Wort des Aufbruchs noch einmal auf. Die Tage in Würzburg hätten dazu ermutigt, mit Zuversicht neue Wege zu gehen. Genau dies sei der Auftrag, den die Teilnehmenden mit in ihren Alltag nehmen sollten. „Unsere Welt und unsere Kirche brauchen Aufbrüche, immer von Neuem. Dazu sind wir jetzt am Ende des Katholikentages eingeladen. Vor dem Aufbruch steht der Dank für das Zurückliegende: Allen danke ich von Herzen, die an diesem Gottesdienst mitgewirkt haben und die ihn mit uns gefeiert haben. Stehen wir auf und brechen wir mit Mut zu neuen Wegen auf. Und geben wir so Zeugnis in dieser Welt von unserem Glauben.“ Mit dem Segen Gottes, so seine abschließende Hoffnung, könne dieser Weg „hinaus in die Weite“ gelingen.
Grüße von Papst Leo
Vor dem Gottesdienst überbrachte der Generalsekretär der Weltsynode, Kardinal Mario Grech, Grüße des Papstes. „Ich bringe Ihnen die Nähe und den Segen Petri, des Heiligen Vaters Papst Leo XIV. Er bleibt Ihnen nahe und ist mit ganzem Einsatz für Einheit und Gemeinschaft an Ihrer Seite. Wäre er heute hier gewesen, bin ich sicher, er hätte Ihnen gesagt: Habt Mut, steht auf!“
Grech rief die katholische Kirche in Deutschland zu einem mutigen Aufbruch auf. „Das ist unser dringender Auftrag als Kirche: unseren missionarischen Schwung zu stärken. Doch niemand kann das Evangelium allein verkünden. Eine missionarische Kirche ist eine synodale Kirche! Und eine wirklich synodale Kirche hat Zukunft, wenn sie offen ist für den Heiligen Geist.“
Der 105. Deutsche Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn statt.
(dbk/vatican news – sk)
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