Suche

In einem Krankenhaus bei Paris - Aufnahme vom Mai letzten Jahres In einem Krankenhaus bei Paris - Aufnahme vom Mai letzten Jahres  (AFP or licensors)

D: Palliativmediziner kritisiert Suizidbeihilfe

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Palliativstiftung, Thomas Sitte, kritisiert den aktuellen Umgang der Gesellschaft mit Sterben und Tod.

„Ich habe den Eindruck, dass die gesellschaftliche Nachfrage nach Förderung der Suizide gerade stark wächst. Die sogenannten Sterbehilfevereine verzeichnen einen Mitgliederboom und eine steigende Zahl an begleiteten Suiziden.“ Das sagte Sitte in einem Interview in Fulda. „Währenddessen dümpeln Hospizdienste und Hospize vor sich hin.“

Das Angebot an Sterbebegleitung und Palliativmedizin in der Bundesrepublik sei derzeit ausreichend, fügte der Hausarzt und Palliativmediziner hinzu. Das liege auch daran, dass viele Menschen gar nicht wüssten, dass es gute Angebote der medizinischen und psychologischen Sterbebegleitung gebe. „Viele Menschen wollen sich nicht mit ihrem Sterben befassen, leiden sehr und sehen dann im Suizid den schnellen Ausweg.“

Medizinische Versorgung in Pflegeheimen kritisiert

Der Palliativmediziner kritisierte zudem die medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen. „Die Pflegekräfte haben beispielsweise keine Hausapotheke, aus der sie Aspirin oder ein Antibiotikum nachts verabreichen könnten, oder auch keinen Blasenkatheter. Das müsste dringend gesetzlich geändert werden, damit die Bewohner besser versorgt werden.“

(kna – sk)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

28. Juni 2026, 14:48