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Österreich: Holocaust-Gedenken für Sinti, Roma und Jenische im Stephansdom

Mit einem ökumenischen Wortgottesdienst im Wiener Stephansdom wird am Sonntag, dem 2. August 2026, den Opfern des nationalsozialistischen Völkermords an Roma, Sinti und Jenischen gedacht. Die Feier unter dem Motto „Erinnern, Würde bewahren, Gemeinsam Zukunft gestalten“ wird von Weihbischof Franz Scharl, der evangelischen Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, Pastor Karl Schmidt von der Freien Christen Gemeinde Jeschua sowie dem orthodoxen Erzpriester Slavisa Bozic gemeinsam geleitet.

Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Opfer des Holocaust und ein Signal gegen Rassismus und Diskriminierung.

Anlass der liturgischen Feier ist die Erinnerung an die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944, in der im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau das sogenannte „Zigeunerfamilienlager“ aufgelöst und rund 4.300 Roma und Sinti ermordet wurden. Das Europäische Parlament hatte im Jahr 2015 den 2. August als Europäischen Gedenktag für den Völkermord an Roma und Sinti anerkannt. In Österreich beschloss der Nationalrat im Januar 2023 einstimmig, diesen Tag als Nationalen Gedenktag für die im Holocaust verfolgten und ermordeten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze zu etablieren.

Der Gottesdienst verbindet das historische Gedenken mit Hinweisen auf gesellschaftliche Verantwortung in der Gegenwart. In den Vorbereitungstexten wird betont, dass Erinnerung nur dann glaubwürdig bleibe, wenn sie mit dem Schutz der Würde heute lebender Menschen verknüpft werde. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Verbrechen im Jahr 1944 mit Vorurteilen, Ausgrenzung und abwertender Sprache ihren Anfang nahmen. Fürbitten werden im Rahmen der Feier in deutscher Sprache sowie auf Romanes, Sinti-Dikes und Jenisch vorgetragen.

Zu der Veranstaltung werden Vertreter der betroffenen Volksgruppen sowie Persönlichkeiten aus Kirche und Politik erwartet. Nach dem Gottesdienst sind Grußworte von Vertretern des Bundespräsidenten und der Volksgruppen vorgesehen. Die Feier fügt sich in eine Reihe von Gedenkveranstaltungen rund um den 2. August 2026 ein, zu denen auch eine Kranzniederlegung beim Äußeren Burgtor und eine Gedenkfeier in Lackenbach gehören. Den Abschluss der Gedenkinitiativen bildet am 9. August 2026 die 30. internationale Roma-Wallfahrt nach Mariazell.

(kap - mg)

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30. Juli 2026, 13:04