Deutscher Bischof: Kirche blieb Sinti und Roma viel schuldig
Heinrich nahm als Vertreter der deutschen Bischöfe an der offiziellen Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau teil.
„Die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma während des Zweiten Weltkriegs mahnt uns heute, sensibel zu sein für alle Formen von Antiziganismus und diesen entschieden entgegenzutreten“, erklärte Heinrich weiter. „Die geteilte Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit stärkt und ermutigt uns in unserem Bemühen, unsere heutigen Beziehungen solidarisch und wahrhaftig zu gestalten.“
Die Teilnahme Heinrichs an der Gedenkstunde ist Teil eines gemeinsamen Prozesses der Bischofskonferenz und des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, um die Geschichte der Kirche mit der Minderheit während des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit aufzuarbeiten. Bereits im vergangenen Jahr wurde dafür ein gemeinsames wissenschaftliches Symposium veranstaltet. Auf dessen Grundlage bereitet die Deutsche Bischofskonferenz derzeit eine Erklärung zum Verhältnis zu den Sinti und Roma vor, die sich auch mit der Frage der Schuld der Kirche befassen soll. Sie soll voraussichtlich im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
Hintergrund
Der europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma am 2. August erinnert an die rund 4.300 Sinti und Roma, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 im Vernichtungslager von der SS getötet wurden. Insgesamt wurden nach Schätzungen rund eine halbe Million Sinti und Roma aus ganz Europa im Holocaust von den Nazis ermordet.
(kna-skr)
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